Wie man die Bibel richtig liest

Wie man die Bibel richtig liest

Beitragvon Xephyr » Sa 30. Okt 2010, 19:14

Es gibt eine Menge Ärger auf dieser Welt, weil die Menschen nicht wissen was sie mit der Heiligen Schrift anfangen sollen. Also verfallen sie in Streit und hauen sich das Buch gegenseitig vor die Stirn. Ein Jammer.

Aber okay - ich fasse es hier nochmal in etwa zusammen:

1. Der Kontext des Buches und des Gottes:

- Die ersten fünf Bücher Moses heißen Pentateuch oder Torah. 'Torah' enthält das Wort 'ora', also Licht und heißt Erleuchtung.
- Die Torah macht den größten Teil des Alten Testamentes und den größten Teil des Koran aus. Christen und Moslems haben sich somit den wesentlichen Kern ihrer Religion von den Juden geliehen.
- Die Juden waren so freundlich nichts dagegen zu haben, daß Christen und Moslem sich ihres Gottes und ihrer Schriften bedienten.
- Moderne Juden, Christen und Moslems sind sich oben beschriebener Zusammenhänge heute nicht mehr bewußt. Sie haben alle schmerzende Beulen an der Stirn und wollen von diesem Buch nichts mehr wissen.

2. "Die Anleitung" oder "Wie die Schrift eigentlich gemeint war"

- Der Pentateuch kann (und soll) entweder still gelesen oder laut gesprochen werden. Weder Juden noch Christen oder Moslems werden es schaffen die Schriften zu verstehen indem sie sich selbst das Buch vor die Stirn hauen! Es ist auch nicht möglich einem anderen Menschen Inhalte des Buches zu vermitteln, indem man es ihm vor die Stirn haut. Stattdessen ist ein tieferes Studium der Schriften notwendig. Es gibt vier Stufen des Studiums des Pentateuch:

- Erste Stufe: PSHAT
Weder die Torah noch ihre Übersetzungen, die den größten Teil der christlichen Bibel und des moslimischen Koran ausmachen, waren je dafür gedacht nur oberflächlich gelesen zu werden. Aber es gibt diese Oberfläche und sie nennt sich Pshat. Gemeint ist eine literarische Textinterpretation.

- Zweite Stufe: REMEZ
Auf der nächst tieferen Stufe ergeben sich, Zeile für Zeile, Hinweise auf tiefere Bedeutungen. Remez heißt 'Hinweis' und auf dieser Ebene wird nach solchen Zusammenhängen geforscht.

- Dritte Stufe: DRASH
Analogien und Verbindungen zu allen Aspekten des Lebens werden durch eine eingehende Analyse der Texte hergestellt.

- Vierte Stufe: SOD
In einem deutschen Agententhriller prangt auf geheimen Dokumenten "Nur für den Dienstgebrauch", in amerikanischen Filmen dieses Genres lesen wir "Top Secret" und in der israelischen Version von James Bond steht an dieser Stelle "Sodi". Sod ist die tiefste Ebene der Geheimnisse und ist nur durch härtestes Studium und/oder Einweihung erlangbar.

Die ersten Buchstaben der vier Ebenen des Studiums der Heiligen Schrift ergeben einen uralten und berühmten Akronym: PRDS, vokalisiert Pardes, hebräisch für Garten. Man nehme sich eine Minute Zeit und überlege auf der Ebene von Pshat den Zusammenhang von Pardes, dem Garten und dem daraus abgeleiteten Wort 'Paradies' sowie dem Vorkommen des Paradieses in der Heiligen Schrift. Auf der Ebene von Remez suche man nach weiteren Hinweisen, wo kommen berühmte/bekannte Gärten vor? (Garten Eden/Der Alte vom Berg/Versailles/Zen-Gärten/Nebukadnezar's Hängende Gärten von Babylon/Schlüsselgärten/Haifa's Baha'i Gärten) Was wird über Gärten geschrieben?
("Brot ernährt den Körper, Blumen ernähren die Seele" / Koran
"Sollte jemals ein Sterblicher die Stimme Gottes hören, so wäre es in einem Garten in der Kühle des Tagesanbruchs" / Moore
"Der beste Ort, Gott zu finden, ist ein Garten. Dort kannst Du nach Ihm graben." / George Bernard Shaw)
Auf der Ebene von Drash kann man nun in einem größeren Zusammenhang, unter Zuhilfenahme von Analogien zu anderen Gärten und ihrer Geschichte, die Geschichte des Gartens Eden und die Geschichte von Adam und Eva studieren. Ein Ergebnis könnte hier sein, daß der Garten (und damit auch Pardes, unsere Anweisung zum Studium des Pentateuch(!)) die Nähe zur Natur und zu Gott meint. Die Abwesenheit vom Garten, (also auch die Mißachtung der Anweisungen zum Studium des Pentateuch) bedeuten somit die Abwendung von Gott. Auf der tiefsten Ebene unserer Meditation, Sod, können wir nun endlich unsere Ressourcen als Magier voll ausspielen! Die Geheimnisse der Gärten spielen mit der Sinnlichkeit und dem Satyrischen, mit der Ekstase in der Nacht des Pan/ der Lilith unter dem Sternenleib von Nuit. Göttliches und Dämonisches sind auf der tiefsten Ebene der Geheimnisse keine Widersprüche mehr. Viele dieser Zusammenhänge findet man auf den Karten des Thoth-Tarot 'Die Liebenden' und 'Die Kunst' wieder, vieles wird in den okkulten und mystischen Schriften der Gnostiker, Sufi und Kabbalisten diskutiert.

Xephyr

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