ATU X - Tore zum Wahnsinn

ATU X - Tore zum Wahnsinn

Beitragvon Xephyr » So 31. Okt 2010, 13:17

"Fortune sits idle on her throne. The scent
Of honeyed incense wreathes her lips with pleasure
For pure delight of luxury she turns,
Smooth in her goddess rapture. So she spurns
And crushes the pale suppliant. Softly bent,
Her body laughs in ecstasy of leisure."
[Aleister Crowley, La Fortune]

Das Glück, ATU X, ist das Thema des Grades eines Adeptus Exemptus, ein siebenter Grad von insgesamt zehn magischen Graden, wie sie anhand des kabbalistischen Lebensbaumes von klassischen Orden wie bspw. dem O.T.O. oder dem G.D. zur Initiation ihrer Probanden genutzt werden. Der siebente Grad ist deshalb so besonders, weil er den Verstand so tief verletzen kann, daß die Menschen dadurch in einen Wahnsinn verfallen. Teil des Weges ist es auch ein Konzept einer magischen Lehre zu entwickeln (Gradus Philosophus), deren Effekt aber immer im Hier und Jetzt, in der Welt des Verstandes und der Alltäglichkeit verhaftet bleiben muß, denn der Adeptus Exemptus hat den Abyssos (noch) nicht überschritten.

Man muß es sagen wie es ist: Nicht alle Probanden schaffen den Übergang, sie versagen an ihrer Gefühllosigkeit, klammern sich an ihren Verstand und stürzen in den Wahnsinn. In der Regel gibt es für sie keine zweite Chance. Ein prominentes Beispiel dafür ist Ron Hubbard, der Begründer der Scientology Organisation.

Hubbard hatte den Übergang damals leider nicht geschafft, enttäuscht verließ er den Orden nur mit einem siebenten Grad und natürlich (s)einer "magischen" Lehre, die aber nur dem Wissen und Können der untersten Grade entsprach, niemals aber auch nur andeutungsweise in die Nähe und Initiation eines Magus und der dritten Triade reichte.

Wie wir gesehen haben, hatte Hubbard nicht viel "Glück" mit der Magie und so gründete er eine eigene "Kirche" um dort Inhalte zu verbreiten, die er gerne als die "wahre Magie" gesehen hätte, die aber, wie es scheint, nichts anderes als die gefährlichen Wege zu seinem persönlichen Irresein beinhalten konnten. Ein Umstand, der womöglich dazu beitrug, daß sich viele Menschen mit psychischen Problemen von den Inhalten dieser Organisation so stark angezogen zu fühlen glaubten. Wie wir aus magischer Sicht leicht haben vorhersagen können, ist die Organisation aber mittlerweile so zersplittert wie der Geist so vieler ihrer Anhänger.

Aber damit nicht genug. Einige fanatische Pseudomagier aus dem Dunstkreis von Dianetik und Audit gaben nicht etwa auf, sondern sie beklatschten vielmehr den Niedergang der Organisation um sich fortan voll und ganz nur den kruden Inhalten Hubbards widmen zu können. Autoren u.a. aus der sog. "Freezone"-Szene, wie der unter einem Pseudonym schreibende Exscientologe L.Kin oder R.Hartwig greifen zwar die Organisation Scientology an und werden deshalb oft als kritische Literatur empfohlen, sie bewerten aber die Inhalte von Ron Hubbards "Lehre" positiv, laden sogar dazu ein das solcherart angelesene Bücherwissen zu nutzen, um doch letztendlich brav Hubbards Vorbild zu folgen oder, wie oft behauptet wird, angeblich sogar überflügeln zu können. Ein Vorbild, das für meine Begriffe an Menschenverachtung (aber auch an Unwissen, Ignoranz und Dummheit) wohl kaum mehr zu übertreffen sein sollte. Und noch dazu eine Lehre, die den Keim ihres eigenen Unterganges schon von Anfang an in sich trägt, was aber ein in die höheren Pfade Nichtinitiierter wie Ron Hubbard eben nicht wissen konnte. Er konnte nicht wissen, daß hinter den Engeln die man von Kaph aus sehen kann, die Erzengel des Abyssos mit ihren Trompeten warten. Und so fiel er beim Klang ihrer Posaunen in jenen schrecklichen Abgrund dessen Licht tödlicher ist als die Dunkelheit und sein Geist wurde zerfetzt von den Klauen der wilden Bestien, die dort unten hausen.

Ich wiederhole: Hubbard ist/war kein Magier, sondern nur ein kläglich gescheiterter Schüler, seine Lehren führen nicht zu Magie, sondern zu Ignoranz, Hybris, Unwissenheit und Dummheit. Die Inhalte der Anweisungen von Ron Hubbard entsprechen aus magischer Sicht einem Menschen, der sich in einem von innen verspiegelten Ei eingeschlossen hat und seine eigenen Dämonen deshalb mit den Dämonen anderer verwechselt. Das Letzte was ein solcher Mensch, der selbst solcherart am Glück versagt hat, tun sollte, ist zu versuchen, andere gewaltsam mit in sein persönliches Unglück hineinzuzerren.


::
Ich grüße euch /
Und gebe das Zeichen Adeptus Exemptus /
Pfad von Chesed nach Netzach /
Meine leeren Handflächen weisen nach oben.
::
Und ich grüße euch /
Und gebe das Zeichen Ipsissimus /
Jenseits des Magus und des Narren /
Seligstes Lächeln des gekrönten Kindes.


Xephyr

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