Über die Wirksamkeit der Magie

Über die Wirksamkeit der Magie

Beitragvon Xephyr » Do 4. Nov 2010, 15:35

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Über die Wirksamkeit der Magie
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Der Vorwurf des Skeptikers lautet also - kurz und bündig: Magie ist wirkungslos! Abwandlungen dieses Vorwurfs heißen: Magie funktioniert nicht, hat keine Wirkung, Magie ist nicht messbar und/oder tritt nicht in Wechselwirkung mit etwas Messbarem: Es gibt keine Phänomene!

In der Folge dieser Aussage wird dann (folgerichtig) argumentiert: Was nicht funktioniert, was wirkungslos ist und sich nicht in Wechselwirkung mit etwas Messbarem begibt, das existiert nicht! Und selbst wenn es existieren würde (was aufgrund der Logik nicht sein kann), dann wäre Magie, wegen ihrer Wirkungslosigkeit, völlig wertlos.

Da diese Folgerung ohne Frage logisch korrekt ist, müßte Magie also - um existent zu sein - in irgendeiner Form doch eine Wirkung zeigen können. Leider gibt es, aus welchen Gründen sei dahingestellt, keine anerkannte wissenschaftliche Publikation, die so etwas wie eine Wirksamkeit von Magie behauptet oder gar belegt, auf die man hier bequem verweisen könnte.

Wenn ich die Wirksamkeit von Magie dennoch behaupte, dann wird es aber nicht hinreichen irgendeine Form von Wirkung aufzuzeigen, es müsste dann schon eine Wirkung sein, die andere Disziplinen unserer Kultur entweder nicht oder sehr viel schlechter leisten können.

Nach meinem Erachten bietet sich da zunächst die offensichtliche Wirkung von Magie auf den Geist an. Klar, werden jetzt vielleicht einige sagen, Magie macht deppert, das wußten wir ja schon immer!

Aber, Spaß beiseite, es gibt die Wirkung von Magie auf die Psyche wirklich. Und ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß man solche Auswirkungen auch relativ leicht nachweisen kann. Damit wäre ein erster vorsichtiger Punkt gemacht und (rein formal) die Logik "Magie hat keine Wirkung und ist daher inexistent" sogar schon widerlegt. Aber das reicht natürlich noch lange nicht hin. Ich kann nämlich schon den Einwand hören "Ja, aber so eine Auswirkung auf die Psyche ist doch keine Realität. Das ist bloße Einbildung!"

Das ist tatsächlich ein guter Einwand, denn wenn Magie schiere Einbildung wäre, ein luftiges Hirngespinst, dann hätte sie zwar einen gewissen Existenzanspruch, aber noch lange keinen Nutzen. Also kommen wir hiermit zum zweiten häufigen Gegenargument zur Magie und das lautet: "Magie ist höchstens was für Spinner. Mit Realität hat das alles jedenfalls nichts zu tun!"

Dazu habe ich eine Frage: Hat der Leser - oder jemand in seiner Umgebung - schon einmal eine psychosomatische Erkrankung gehabt? Wenn ja, dann weißt er wie realistisch diese Krankenheiten sind. Wer sich damit nicht so gut auskennt, der mag vielleicht denken, daß diese Krankheitsbilder, da sie ja "nur" psychische Ursachen haben, also "nur" eingebildet sind, leicht behandeln lassen. Oder man vielleicht sogar selbst diese Erkrankung durch "vernünftiges" Denken wieder los wird. Nope! Das Gegenteil ist der Fall, die Psychosomatiken gehören zu den harnäckigsten Krankeitsbildern überhaupt, sie lassen sich nur sehr schwer behandeln. So gesehen sind sie sogar oft noch realistischer (weil nachhaltiger) als rein physische Erkrankungen.

Der Einwand, daß eine psychische Einwirkung nichts mit Realität zu tun hat, ist also so nicht zu halten. Wir neigen zwar gerne dazu psychische Vorgänge in ihrem Realitätsanspruch mit einem "nur" abzuwerten, dennoch ist die psychische Realität unbestreitbar eine Realität. Und wenn man sich etwas länger mit diesem Thema beschäftigt, dann entdeckt man gute Beispiele dafür, daß eben jene, zunächst abgewertete, psychische Realität sogar oft die Grundlage für unsere materielle Welt liefert. Das Beispiel der Psychosomatiken hatte ich ja bereits genannt, ein anderes Beispiel sind unsere Träume und Imaginationen, die in vielen Fällen zu entscheidenden Entdeckungen und Problem-Lösungen führen können.

Ah - und da kommt auch schon der nächste Einwand, diesmal von dem Herrn mit dem skeptischen Stirnrunzeln aus der ersten Reihe: "Okay, angenommen Magie hätte eine - wie auch immer geartete - psychische Wirkung und diese Wirkung hätte einen Einfluß auf die menschliche materielle Realität, zum Beispiel durch Träume und Imagination: Was soll jetzt das Besondere daran sein? Träumen tut doch auch so jeder, oder? Wozu brauche ich da Magie?"

Auf solche Fragen antworte ich in aller Regel mit einem wissenden Siegerlächeln und einem: "Ich bin für diese Frage wirklich dankbar!" Nicht weil ich diesem penetranten Skeptiker jetzt wirklich dankbar wäre, nein, weit gefehlt! Ich geniese es einfach, wenn er jetzt das unangenehme Gefühl hat, mir durch seine blöde Frage auch noch in die Hände gespielt zu haben.

Nein, Quatsch, die Frage ist ganz und gar nicht blöde! Ich hatte sie deshalb auch schon vorhergesehen und Eingangs darauf hingewiesen, daß wir kein Kriterium für Magie gelten lassen dürfen, daß sich entweder als Allgemeinplatz herausstellt oder von anderen Disziplinen bereits weitaus besser erfüllt wird.

Die Antwort ist ganz einfach: Magie ist die Domäne der Träume und der Imaginationen! Magie ist darauf spezialisiert Träume und Imaginationen zu initiieren und zu beinflussen. Darin ist die Magie anderen Kulturformen weit überlegen, denn die Magie schöpft ihre Fäden direkt aus dem Chaos, dort, wo sich sonst schlichtwegs niemand hintraut. Und damit verfügt die Magie über eine einzigartige aktive Ressource menschlichen Zukunfts-Potentials.

Und so hat sich auch der letzte Einwand, nämlich derjenige jener etwas verkniffen wirkenden, spitzmündigen jungen Dame erledigt, die gerade völlig empört (zusammen mit den Wicca-, Buffy-, und Harry Potter-Fans) den Saal verlässt (wobei die Wicca-, Buffy-, und Harry Potter-Fans einen anderen Grund haben zu gehen, sie dachten nämlich Magie hätte wirklich etwas mit Feuerbällen werfen und Vampiren zu tun). Nein, die junge Frau hatte eigentlich vorgehabt, mich auf den Aspekt des Glaubens bezüglich der Magie ansprechen, denn der Glaubensaspekt hätte die Magie in die Nähe der Religionen gerückt und damit, ihrer Ansicht nach, entkräftet. Nein, meine Argumentation baut eben nicht auf Glauben auf, auch wenn ich der Meinung bin, daß wir im täglichen Leben nicht wirklich darum herumkommen jene Dinge, die wir für glaubwürdig halten, dann auch entsprechend zu glauben.

Zum Abschluß: Natürlich ist Magie nicht jedermanns Sache, das ist mir klar. Manche mögen Magie aus religiösen Gründen nicht, sie fürchten vielleicht den Satan, denn das Chaos und der Satan der Christen sind dieselbe Instanz. Kein Wissenschaftler mag Magie, denn er würde, falls er das Thema ernsthaft diskutieren würde, der Wissenschafts-Inquisition anheimfallen, des magischen Denkens für schuldig befunden werden (das ist ein Verbrechen in der Wissenschaftskirche) und schnell sein Ansehen verlieren. Mit anderen Worten, man würde ihn fröhlich auf dem Scheiterhaufen der Lächerlichkeit abfackeln und er könnte sich danach als Taxifahrer bewerben. Wobei Taxifahrer sich heute sowieso schon fast nur noch aus Akademikern rekrutieren - aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

Autor: Xephyr

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