Der Anzug

Träume erzählen, Träume miterleben, Träume deuten

Der Anzug

Beitragvon BigBadWolf » Fr 7. Nov 2014, 13:22

Hey :)
Ich bin nur kurz online, da ich noch (seit 3 Monaten jetzt) krank bin.
Ich hätte nur eine kleine Frage zu einem Traumsymbol.
Es geht um den Anzug.
In meinem Traum diese Nacht trugen so gut wie alle Beteiligten (wir waren an so einer Art Strand, allerdings recht klein, Links und rechts waren Felswände und hinter mich habe ich einfach nicht gesehen) weiße Anzüge. Einige Leute kannte ich, einige nicht. Es kam mir ein wenig vor wie eines der Cosplaytreffen auf die ich manchmal gehe. Nur dass alle die Anzüge trugen nicht kostümiert waren.
Jedenfalls trug ich als einziger einen schwarzen Anzug mit einem roten Tuch in der Brusttasche und evtl auch mit einer roten Krawatte.
Ich weiß noch, dass ich auf dem Boden saß und den anderen zugesehen habe und neben mir saß jemand (ohne Anzug) und wir unterhielten uns.
Der Traum endete damit, dass jemand (mit weißem Anzug) von hinten zu uns heran getreten kam und mich fragte ob er/sie mein Jacket nehmen und sich draufsetzen könnte, da der Sand noch nass war und der Anzug nicht dreckig werden sollte.
Ich stimmte etwas irritiert zu, zog meine Jacke aus, legte sie hin und als derjenige sich setzen wollte wachte ich auf.


Ich habe versucht es zu deuten, aber da ich das Traumsymbol Anzug noch nie zuvor hatte und auch das Internet mir wenig dazu sagt, wollte ich mal hier nachfragen :)

Kann mir jemand weiter helfen?
BigBadWolf
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Re: Der Anzug

Beitragvon oYo » Fr 7. Nov 2014, 18:32

Hallo Wolfi,

der Anzug ist ein Kleidungsstück und Kleidung steht in Träumen sehr oft für die gesellschaftliche Rolle, die man spielt. Jemand, der einen lockeren Pulli und bequeme Jeans trägt, zeigt sich eben locker und bequem in seiner Haltung und verhält sich in der Situation wie ein lässiger Typ. Ein Cocktailkleid dagegen ist festlich und zeigt die Frau als eine Person, die gern fein und edel feiert und sich für ein besonderes Ereignis herausgeputzt hat.

Anzüge sind eher förmlich, meistens haben sie mit Beruf zu tun, eben Berufe, in denen man sich formell und distinguiert kleiden muß. Anzüge in der Freizeit zeigen auch eine gewisse Förmlichkeit, deuten aber eher auf Chic hin. Das kann im Rahmen einer Hochzeit sehr festlich sein, im Alltag vielleicht eher ein Zeichen von Reichtum oder einer Eleganz, die sich absichtlich von den 'Normalos' abhebt. Ein Anzugträger ist jedenfalls sehr auf sein Äußeres bedacht, so ein Anzug darf schließlich nicht knittern und schon gar nicht dreckig werden. Du merkst, daß diese Kleidung also einen gewissen Anspruch auf ein reines, korrektes Auftreten erhebt. Ganz besonders, wenn der Anzug weiß ist!

Weiß, da sieht man jeden Fleck. Und eine weiße Weste haben bedeutet, daß man sich nichts zuschulden hat kommen lassen. Je nachdem, wie sich die Leute am Strand bewegt haben und wie sie sich für Dich angefühlt haben, kann es hier tatsächlich um Leute gehen, die eine reine Weste haben. Oft geben solche Leute im Traum aber auch nur vor, sie wären rein und fein. Jedenfalls halten sie sich für etwas Besseres. Weiße Anzüge deuten insbesondere auch auf Ärzte, Apotheker, Heilige und Gurus. ;-)

Du hingegen trägst schwarz und rot, eine teuflische Kombination, wie ich meine. Du zeigst Dich von Deiner düsteren Seite, vielleicht auch von Deiner tiefen Seite, mit dem Rot der Leidenschaft und Aktivität kombiniert. Obwohl Du mit dem Anzug auch eine Eleganz zur Schau trägst, ist es Dir schnuppe, damit im Sand zu sitzen, an den Gestaden Deines Unbewußten. Die Weißträger hingegen wollen sich auf keinen Fall schmutzig machen, sie wollen den feuchten Sand der gefühlvollen, ja seelenvollen Zeit nicht an sich heran lassen. Und sie halten sich offensichtlich für etwas Besseres, denn einer von ihnen verlangt von Dir, daß Du für seine Unbeflecktheit zu sorgen hast, indem Du ihm Dein Jacket und damit einen Teil von Dir zu Verfügung stellst. Er nutzt Dich also aus und beschmutzt einen Teil Deines Seins, tut dabei aber gleichzeitig so, als wäre er selbst sauber und unschuldig. Sowas nennt man auch scheinheilig und betrügerisch.

Hm, ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen. :blume:

Und vor allem gute Besserung! Mensch, 3 Monate krank sein ist ja auch furchtbar. Mich hat es dieses Jahr ähnlich erwischt. Hoffentlich geht es Dir schnell besser. :ok: :spritze:

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Re: Der Anzug

Beitragvon BigBadWolf » So 9. Nov 2014, 15:09

Vielen dank für die ausfürhliche Antwort, Oyo :)

Ich denke, dass ist ein gutes Zeichen. Dieser Traum, meine ich.
Aber heißt es nicht, dass die Mensche im Traum Aspekte von einem selbst sind?
Was soll das dann bedeuten?
Dass ich streckenweise Eitel bin? (Denn einer der weißen Anzugträger -im realen Leben ein ehemaliger Freund und begnadeter Fotograf- ließ sich von einem meiner Klassenkameraden fotografieren)

Oder ist damit wirklich gemeint, dass ich von anderen Menschen nicht viel halte?


Das ist doch schrecklich xD Je weiter man in die Traumdeutung reinrutscht, desto komplexer werden die Träume und vorallem schwieriger zu deuten. :'D
Ich kann mir gar nicht vorstellen wie komplex dann erst deine und Xephirs Träume sein müssen, seid ihr doch schon sehr viel weiter in dem Gebiet als ich es momentan bin.
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Re: Der Anzug

Beitragvon oYo » So 9. Nov 2014, 16:41

Hallo Wolfi,

naja, nicht immer sind die Traumgestalten ausschließlich innere Aspekte. Schließlich lebt man ja in Interaktion mit anderen Menschen, im Traum begegnet man ihnen halt so, wie das Unbewußte sie wahrnimmt und erlebt. Insofern könnte ich mir vorstellen, daß es hier durchaus auch um Leute aus Deinem Umfeld geht. Der Mann, der sich Deine Jacke nimmt, um sich draufzusetzen, scheint jemand zu sein, der etwas 'schmutziges' tut, was er Dir in die Schuhe schiebt bzw. wofür er Dich ausnutzt. Wenn z.B. jemand sagt, man werde gesund, indem man fleißig Kopfstand macht, und man wird trotzdem nicht gesund, dann behauptet er, Du hättest eben auf die falsche Art und zur falschen Zeit Kopfstand gemacht oder dabei negative Gedanken gehegt usw. Er ist nicht bereit zuzugeben, daß seine Anweisung, Kopfstand zu machen, nichts zur Heilung beträgt und wer weiß, vielleicht sogar schädlich ist. :glubsch: Ihm ist aber seine reine Weste wichtiger als alles andere, deswegen ist es Deine Jacke, die er in den Sand legt.

Fotografieren in Träumen hat mit Eitelkeit eigentlich wenig zu tun. Es geht eher darum, sich ein Bild von jemandem oder einer Situation zu machen. :ok:

Und was die Komplexität der Träume anbelangt. Ich glaube, die Träume werden deswegen manchmal komplizierter, weil das Unbewusste bemerkt, dass man sich mit ihnen auseinandersetzt. Die Komplexität eines Traums liegt meistens darin, dass sehr viel mehr Dinge und Verarbeitungsschritte in einen Traum gepackt werden. Das Unbewusste wird darin ja auch immer besser. :grins: Aber keine Sorge, das wird ab einem gewissen Punkt nicht mehr schwieriger mit der Deutung. Es gibt immer etwas zum Grübeln, aber viele Dinge erkennt man schon beim Aufwachen oder spätestens beim Erzählen des Traums. :ja:

Lieben Gruß und noch einen schönen Restsonntag, oYo :weg:
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