"Superjail"

Träume erzählen, Träume miterleben, Träume deuten

"Superjail"

Beitragvon Duathea » Mo 15. Dez 2014, 14:03

Hallo Leute. Habe nun beschlossen auch "normale" Träume zu posten. Soweit dazu.

Szene 1:
Es ging um eine Art altes Gefängnis, das wie aus einem Horrorfilm geschnitten war. Das heißt altes Gebäude, dreckig, teils vermauerte Eingänge, teilweise blanke Steinwände (Beton und ) und schlecht bis gar nicht Beleuchtet. Der Traum beginnt in einem abgewrackten Konferenzsaal (3*6m) mit einem Rechteckigen Holztisch in der Mitte (1.5*4.5m). Auf Stühlen darum saßen etwa 10 sehr individuell abgewrackte Häftlinge (sowohl männlich als auch weiblich). In der Mitte des Tisches rechts saß eine eloquent in einen blauen Streifenanzug gekleidete blonde Gefängnisdirektorin. Sie war etwa 40 und sah zu alledem sehr gepflegt aus. Die Gefangenen hatten alle irgendeine besondere Fähigkeit. Nur ein gefangener viel mir direkt auf. Er trug zerrissene Kleidungsfetzen, war muskulös und hatte zu seinen Tattoos noch eine tätowierte Glatze. Die Tattoos sahen irgendwie aggressiv und hart aus. Die Zähne des Mannes waren teilweise spitz gefeilt. Sein Gesicht an sich war auch nur teilweise Tätowiert. Er hatte (wie sich später herausstellte) die Fähigkeit enorme Physische Kraft mit seinen Gedanken auszuüben.

Szene 1:
Es schien das die Häftlinge einen Aufstand angezettelt hätten und das Gefängnis nun in ihrer Gewalt hatten. Die Häftlinge wurden, anscheinend ohne Verschulden, aufgrund ihrer Fähigkeiten eingesperrt. Die Behandlung in diesem Gefängnis war Folter und Lebenslange Haft unter den schlimmsten Bedingungen, wie ein Häftling anklagend aussprach. Sie unterhielten sich nun was sie mit der verantwortlichen (die Direktorin) machen wollten. Der Tätowierte meldete sich barsch und sagte das sie ihm Gehöre, da er durch sie alles verloren hätte. Niemand widersprach. Die Gefängnisdirektorin brach in ehrliche Tränen aus und Schluchzte das sie nur das Beste für sie (die Gefangenen) wollte.

Szene 2:
Ein Raum nebenan. Eine wirklich verschmutzte Gemeinschaftstoilette ohne Kabinentüren. Sie waren in vier Reihen durch den Raum angeordnet. Eine junge blondhaarige, grau gekleidete Frau (20-25) steht im Eingang und hegt Abneigung gegen den Raum. Sie schien auch bei der Besprechung dabei gewesen zu sein.

Szene 3:
Gleicher Ort, jedoch nun vor dem Konferenzsaal. Er war nun merkwürdigerweise auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges. Von außen sah man durch die schmalen Fenster rechts und links von der Tür sehr begrenzt in den Raum. Die Tür selbst war zugemauert. Der Tätowierte und die Direktorin waren alleine in dem Raum. Vor dem Raum stand die junge Frau aus Szene 2 und starrte auf die Tür. Neben ihr materialisierte sich ein Häftling. Der Bruder der jungen Frau. Er war nicht an der Besprechung. Er galt aufgrund seiner Fähigkeit des Teleportierens durch Auflösen als sensibel und körperlich gebrechlich obwohl er kräftig aussah. Er hatte dunkle kurze Haare und etwas abstehende Ohren. Er fragte die junge Frau was hier los wäre. Die Frau antwortete das sich der Tätowierte gerade mit der Direktorin befasste. Er schrie erschrocken "Nein!". Als ihn die junge frau nun verzweifelt versuchte ihn von einer Intervention abzubringen, da die Kräfte des Tätowierten ziemlich Chaotisch und gefährlich auftraten. Der Teleporter entmaterialisierte sich indem er sich staub artig ins nichts auflöste. In dem Moment kam ein weiblicher Schrei aus dem vermauerten Raum und die Scheiben wurden von innen mit Blut bedeckt. Der Teleporter tauchte mit geschocktem Gesichtsausdruck wieder neben der jungen Frau auf. Er schien sich nicht mehr richtig zusammensetzen zu können, da er wohl was abbekommen hatte. Es sah aus wie eine halbwegs zum Menschen geordnete Ansammlung aus Gedärmen und Gliedmaßen. Das Gesicht war intakt. Es sah aus als ob sich alle Teile zusammenfügen wollten, jedoch immer wieder auseinanderzuckten. Die junge Frau wusste nicht was sie tun sollte und weinte bitterlich. Der Teleporter sammelte alle Kraft die er hatte und Teleportierte sich an einen weit entfernten Ort.

Szene 4:
Eine riesige grüne Wiese am Rande einer futuristischen Stadt. Es war ein sonniger Tag. Einige Menschen spielen unbekümmert oder grillen. So auch meine Eltern. Ich materialisiere mich aus dem nichts. Ich bin nun der Teleporter. Ich setze mich an den Grill meiner Eltern. Sie sehen versöhnlich aus. Sie sagten etwas in der Art das ich schreckliches erlebt habe. Es war nur noch ein gelber Gallertartiger Klotz (nicht ekelhaft, sonder etwas essbares) auf dem Grill, den ich auf Nachfrage aß. Es war alles friedlich. Ich wachte auf.
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Re: "Superjail"

Beitragvon oYo » Mo 15. Dez 2014, 18:06

Hallo Dua,

heftiger Traum... :frech:

Es geht um Aspekte, die hier sehr roh auftreten. Besonders der Tätowierte ist ein harter, aggressiver Brocken, der vor Gewalt nicht zurückschreckt. Sie alle sind vermutlich Sinnbilder für Kräfte, die in der Kindheit eben völlig roh, direkt und ungebremst auftreten. Beim Erwachsenwerden lernt der Mensch (oder sollte es lernen :zwins: ), diese Kräfte zu verfeinern, sie zu kanalisieren, ihre Fähigkeiten auszubilden usw. Aber zunächst - und das ist normal - werden sie auf Geheiß der gesellschaftlichen Umgebung (=meistens Eltern, Kindergarten und Schule) einfach unterdrückt. Tja, und dann landen die irgendwo an einem Ort der Verdammten, denn sie dürfen am Leben ja nicht mehr teilhaben. Deswegen ist die Gefängnisdirektorin auch in den Streifenanzug gekleidet. Sie ist die 'Streife', die dafür sorgt, daß diese 'Urgewalten' in Schach gehalten werden. Vielleicht ist sie auch die 'Steife', Sinnbild für allzu strenge oder als allzu streng empfundene erzieherische Anforderungen. Die können durchaus auch zur Folter werden.

Denn solche Kräfte sollten sich gerade in der Kindheit austoben können, natürlich auch ihre Grenzen kennenlernen und lernen, sich zu benehmen - aber eben nicht durch striktes Verbot, sondern eher durch geschickte Führung. Tjaja, ein Ansinnen, das wohl keine Eltern der Welt leisten können, so sehr sie sich auch Mühe geben. Irgendwelche Aspekte erleiden immer ähnliche Schicksale wie Deine Gefangenen, die in der Tat völlig zu Unrecht im Knast sitzen. Deswegen sind die Tränen der Direktorin auch ehrliche Tränen, sie ist die ordnende, für den nötigen Gehorsam sorgende Kraft in Dir, die die gesellschaftlichen Erwartungen gewissenhaft erfüllen wollte, es aber auch nicht besser wusste, wie das nun genau zu geschehen hat. Vielleicht auch eine Perspektive auf Deine Mutter, wenn sie Dich zurechtgewiesen hat.

Die jüngere Frau ist vermutlich ein Aspekt, der Dir viel näher steht, eine Schwester eben und keine Mutter. Vielleicht hast Du sogar eine Schwester? :lupe: Sie ist sehr viel mitfühlender und hat wohl auch schon einige Lebenserfahrung, denn sie erkennt die unzumutbaren Verhältnisse: die Gefangenen können nicht einmal ihren intimen Bedürfnissen in einer sauberen Umgebung und in Privatsphäre nachgehen, also maximale Schmach.

So sieht die Situation also aus, wenn die steife Streife die Macht hat. Haben dem gegenüber aber die Gefangenen die Macht, wendet sich die Brutalität, die sie selbst erfahren haben, gegen die Unterdrückerin. Sie wird grausam bestraft für die Folter, der sie die Gefangenen ausgesetzt hat. Es ist nicht verwunderlich, daß solche Aspekte, die nicht die Gelegenheit hatten, im Leben zu lernen und zu wachsen, roh bleiben und roh reagieren, so eben auch in ihrer Rache.

Der Teleporter ist ebenso wie die junge Frau ein gegenwärtiger Aspekt von Dir, eine sensible und sehr bewegliche Seite von Dir, die durchaus kräftig sein kann, von vielen aber gern unterschätzt wird. Er ist wie ein flinkes Gefühl, das sich schnell in eine Situation hinein und hinaus bewegen kann. Er will die Katastrophe verhindern. Klar, es geht ja darum, möglichst allen Beteiligten mit möglichst wenig Schaden zu helfen. Aber er ist nicht schnell genug und die Gewalt, die der Tätowierte aufbringt, beeinträchtigt seine Integrität an diesem schrecklichen Ort so stark, dass er sie nur mühselig zusammenhalten kann. Also bleibt ihm nichts anderes, als sich schnell von dort wegzubewegen, sich also von den furchtbaren Gefühlen, die mit diesem Seelenort in Verbindung stehen, zu dissoziieren.

Die grüne Wiese mit Deinen Eltern steht für Deine Familie. Die futuristische Stadt deutet auf die Zukunft (vom Traum aus gesehen könnte das auch die Gegenwart sein): Ja, dieses Gefägnis ist vermutlich durch die Erziehung Deiner Eltern initiiert worden. Aber Du findest Versöhnung und Anerkennung der Schmerzen, die Du bzw. Deine verstoßenen Aspekte erleiden mussten. Das Thema ist hier an dieser Stelle schon so gut wie gegessen. Es ist nur noch eine gallertartige gelbe Masse, also das, was nach dem Auskochen (Verarbeiten) von Fleisch und Knochen übrig bleibt. Da steckt vielleicht auch die Galle drin, die ja wesentlicher Bestandteil der Verdauung ist und durchaus auch die Bitterkeit der Erlebnisse spiegelt. Indem Du das isst, ist das Thema ganz gegessen und Du hast Frieden.

Womit sich mir natürlich die wirklich spannende Frage stellt: wo sind diese starken, besonders befähigten Männer heute? Hatten sie schon Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu entwickeln oder tummeln sie sich noch als latente Kräfte in Deinem Unbewussten? :lupe: :trippel:

Schönen Abend wünsch ich Dir, oYo :weg:
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Re: "Superjail"

Beitragvon Duathea » Di 16. Dez 2014, 00:24

In meiner Suche habe ich folgende Charaktere, Also wahrscheinlich Aspekte meines Unterbewusstseins "gefunden". Sie haben alle eines gemeinsam. Sie hatten in den jeweiligen Träumen kein zuzuordnendes Gesicht. Das spricht ja anscheinend stark für ein Teil des Unterbewusstseins. Ich nenne sie kurz mal alle beim Namen.

<Im Forum bekannte>

Der alte Eremit:
-Gefunden in der steinernen Tiefe
-Sucht die Abgeschiedenheit um über die verborgenen Gefühle zu wachen und für mich zu hüten.

Der Sucher:
-Gefunden in der leuchtenden Wüste
-Sucht neue Erkenntnisse, entfernt sich jedoch vom Pfad des normalen Lebens.

<Für euch unbekannte>

Das grausame Kind:
-gefunden unter den Dschungel-Schlachtfeldern und den sieben Steintoren im tiefsten Bunker
-Ist verletzt, verstümmelt und beherbergt viel Grausamkeit
-ein durch grauen in den Wahnsinn geratener Pfleger ist ihm auch zuzuordnen. Er kauert wimmernd, nackt und abgemagert auf dem Boden und fleht gelegentlich das Kind nicht zu wecken.

Der kleine Engel:
-Gefunden über den anderen Träumen im All auf dem Mond
-Ist ein wunderschönes gold-gelocktes 5-6 Jähriges Kind, das Güte Schönheit in sich trägt
-Tritt auf mit der Mutter. Einer blauen Frau die das Kind mit sich nimmt und es schützt

Die versöhnliche:
-Gefunden in einem ähnlichen Traum wie Obscurus. Deshalb hab ich die Deutung da neu aufgerollt
-Ein sehr weiblicher Aspekt der seinerzeit in meinem Leben bis dahin wohl gefehlt hat

Was ich damit auch sagen möchte ist, das die Häftlinge zusammen durchaus einen unterbewussten Teil meiner selbst darstellen können. Sie stehen meiner Meinung auch für alles besondere. Sprich Fähigkeiten, Ideen und andere Aspekte die bisher gefangen waren und nicht der Norm entsprechen. Gefangen, bis sie sich gewaltsam und voller schmerz im Herzen gegen die Gesellschaftliche Ordnung, die nicht selten nur Normalität akzeptiert, ausbrachen. Der heutige Tag sprach dafür. Ich hatte heute einige befreiende aber teils quälende Gefühlsregungen. Der Traum war also Auslöser oder kündigte es an. Was hältst du davon?
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Re: "Superjail"

Beitragvon oYo » Di 16. Dez 2014, 17:03

Hallo Dua,

was Du über die ausgebrochenen Gefangenen schreibst, sehe ich genauso. Ja, solche Träume hinterlassen starke Gefühle, die sich manchmal über Tage hinweg fortsetzen. :-)

Was die anderen Gestalten angeht, sehe ich in ihnen zum Teil individuelle Abdrücke von Archetypen. Vielleicht sind sie deswegen ohne bestimmbares Gesicht. Vielleicht bekommen sie auch erst im Laufe der Jahre eines, wer weiß. Das grausame Kind und dessen Pfleger hätte ich spontan mit den Gefangenen Deines Traums in Zusammenhang gebracht. Innere Gestalten entwickeln und verändern sich natürlich auch ständig weiter. Je mehr Du Dich mit dem Verstehen Deines Wesens beschäftigst, desto schneller finden Veränderungen statt. Denn schon indem Du die inneren Dinge anschaust, beginnen sie sich zu bewegen und ihren 'richtigen' Platz zu suchen. So könnten also die Männer bereits eine genauere Betrachtung und Veränderung der Geschehnisse und Assoziationen darstellen, die mit dem grausamen Kind in Zusammenhang stehen.

oYo :mond:
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