Comic-Pandämonium

Träume erzählen, Träume miterleben, Träume deuten

Comic-Pandämonium

Beitragvon Dokumentar » Mo 2. Feb 2015, 21:54

OK hallo, ich hatte letztens Mal in einem Gespräch das Thema Träume, und habe dabei erwähnt, daß ich immer mal wieder irgendwelche völlige absurden Träume habe, in deren Mittelpunkt eine grandiose "Erkenntnis" steht, die so erleuchtend ist, daß mein Hirn sie im normalen Alltagsmodus nie und nimmer leisten könnte und von der ich mich echt wundere, wie meine Geist/Psyche-Konstellation in der Lage ist, solcherart weitgreifende Erkenntnisse zu synthetisieren, von denen ich doch vorher nichts wußte ;-). Ich wollte dann gerne ein Beispiel anbringen, aber ich hatte keins mehr, an das ich mich erinnern kann. Gestern hatte ich wieder einen Traum, der zumindest ansatzweise in diese Richtung ging, der mit gerade wieder eingefallen ist und den ich deswegen schnell aufschreiben wollte.
Nur für mich zuhause kam's mir auch irgendwie doof vor, deswegen habe ich einfach nach dem erstbesten Forum gegoogelt (dachte es gibt sicher sowas wie Traumpress oder so ähnlich ;-)) um schnell aufzuschreiben, bevor ich doch wieder zu faul bin.



Ich befinde mich in einem weitläufigen dunklen Raum, industrial-atmosphäre, schwarz/weiß, fühlt sich unterirdisch an, ist aber wesentlich luftiger als ein Keller, auch größer als ein normaler Raum in einem "Gebäude" sondern durchaus eher wie eine Landschaft oder jedenfalls ein Grundstück (gefühlte Raumgröße, kein direkter optischer Eindruck). Ich habe irgendetwas in der Hand, eine Art Dominostein mit Zahlen-Punkten drauf, wie ein Spielwürfel, nur flach und weich. Ein andere Person, die ein wenig wie der "Undertaker" aus dem Wrestling der frühen Neunziger wirkt (habe tagsüber das Lied Please Mr Gravedigger von David Bowie gehört) zerschneidet mir den Zahlenlebkuchen in der Handfläche längs in zwei Teile, so als würde ich selbst irgendein Obst in meiner Hand zerschneiden, kontrolliert und so daß die Klinge auf der Handfläche nur einen angenehmen Druck hinterlässt (Schnitt auch nur mit Druck von oben, kein schmerzhaftes Ziehen o.ä.).
Nun wundere ich mich doch, was das mit dem Undertaker soll, die Atmosphäre wird düsterer. Es erscheint ein Rivale des Undertaker, der in der Art von Marvel-Comics irgendeine Superkraft oder zumindest spezielle "Eigenschaft" hat. Die Szenerie jetzt ganz in Graustufen mit rot, deutlicher, präziser optischer Eindruck. Es erscheinen weitere Figuren, jeder kann irgendwas in der Art von Schneiden, Würgen, Kämpfen, wie ein Sammelsurium von Comichelden eben.
Ich stelle fest, daß die Wrestling-artige Rivalität der Figuren verbissener wird, einer versucht den anderen durch Schnitte zu verletzen, ein anderer ist immer unsichtbar-schnell unterwegs und treibt wie ein Moskito den Gegner in den Wahnsinn. Dann fällt mir auf, daß die Figuren jede für sich keine Superkräfte oder "special moves" haben, sondern wie mystische Archetypen für manifestierte, negative, Charaktereigenschaften stehen: Sadismus, Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Ruhelosigkeit (mehr Figuren waren, meine ich, nicht anwesend).
In dem Moment begreife ich mehrere Dinge gleichzeitig und es fährt mir zugleich ein großer Schock als auch ein Staunen über meine Erkenntnis in die Glieder: der Ort an dem ich bin ist kein Comic-Buch (mehr), sondern im Sinne von "Daimon" als Geist, Untoter und seelischer Kraft bin ich in einer Sammelstelle für Dämonen gelandet, ich erkenne, daß dies das Pandämonium ist, wundere mich, daß es mir nicht gleich aufgefallen ist, stelle gleichzeitig fest, daß, wenn ich nicht bemerkt hätte, daß ich in der Hölle gelandet bin, ich weiterhin unbeteiligter Zuschauer im Comicbuch geblieben wäre (war ja nicht uninteressant, die Typen kämpfen zu sehen, auch wenn ich eigtl kein Fan von Comics oder Actionfilmen bin). Dadurch, daß ich aber leider erkannt habe, daß ich in der Hölle bin, muß ich auch feststellen, daß ich ein gleichrangiger schwarz/weiß/blutige Dämon bin, der bloß, wie im Traum, kurzzeitig sein höllisches Dasein vergessen hat, also so, als wäre meine Anfangssequenz der eigentliche Traum, der mich für einen Augenblick vor der abgründigen Erkenntnis bewahrt hatte...



OK, die große Erkenntnis war hier, daß ich aus der Beobachtung, daß hier verschiedene klar unterschiedliche (zwar alle negativ, aber trotzdem ein bunter Haufen) Charaktere auftreten, erkannt habe, daß dies ein Ort ist, zu dem die Vorsilbe "Pan-" ideal passt (habe tagsüber noch über Panslawismus nachgedacht, evtl. deswegen ;)) und dann das von Anfang an Offensichtliche (dunkel, blutig, unterirdisch) mit einem Schlag zur gleichzeitigen Erkenntnis Pandämonium=Hölle und Höllenbeobachter=zwangsläufig auch Höllenbewohner ist.
Ist jetzt nicht so arg weit hergeholt und das Setting ist auch kpl. fiktiv, aber gelegentlich habe ich solcherart Träume auch auf einer viel abstrakteren Ebene, wo dann "echte" (meine ich jedenfalls, deswegen will ich das jetzt dokumentieren) logische Schlüsse bei herauskommen, von denen ich mir einbilde, daß ich sie vorher garnicht hätte ziehen können.
Am Ende ist es vielleicht aber doch einfach nur das reine Erkenntnis-Gefühl (also die Botenstoffe im Hirn, die so ein Gefühl auslösen), das auf triviale Bilder abgeschossen wird und man denkt im Nachhinein "oha, was für eine logische Höchstleistung".

Cheers

Ach so, P.S.: Ich deute Träume nie, sondern bestaune sie immer nur ;)
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Re: Comic-Pandämonium

Beitragvon Carl Jung » Di 3. Feb 2015, 10:56

Du zweifelst an irgendwas und der Kampf hat sich im Traum in ein Duell verwandelt. Auch spielt Vergebung eine Rolle.
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Re: Comic-Pandämonium

Beitragvon oYo » Mi 4. Feb 2015, 18:31

Hallo Dokumentar,

erstmal herzlich willkommen hier. :wave: Darf ich fragen, wie alt Du bist und ob Mann oder Frau?

Ja, solche großen Erkenntnisse kenne ich in Träumen auch. Manchmal ist es wirklich total spannend und meistens gar nicht so banal, wie es vielleicht auf den ersten Blick zu sein scheint. Es geht da sicherlich nicht um Erkenntnisse, die die Welt bewegen, aber die für das Unbewußte sehr viel Sinn ergeben. ;-)

Und? Möchtest Du weiterhin Deine Träume einfach genießen und bestaunen oder hast Du Interesse an einer Deutung? :lupe:

@Carl, es ist toll, daß Du Dich weiterhin in Traumdeutung übst. Wir können hier auch wirklich Unterstützung gebrauchen. :ok: Aber Deine Deutung hat keinen erkenntlichen Bezug zum Traum. Wo ist der Zweifel? Wo das Duell? (Es sind mehrere Kämpfer, die gegeneinander kämpfen) Und wo erkennst Du das Thema Vergebung? :hmm: Ich find Deine Deutungsansätze manchmal schon gut, also bleib dran - aber etwas mehr Transparenz wär schön. ;-)

oYo :weg:
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Re: Comic-Pandämonium

Beitragvon Dokumentar » Mi 4. Feb 2015, 19:44

Hi Oyo,
ja, eine kleine Vorstellung wäre wohl noch angemessen ;). Sorry, ich war so in Eile, den mir glücklicherweise noch präsenten Traum schnell zwischen Tür und Angel niederzuschreiben, daß ich das vernachlässigt hab. Bin 37 und männlich (was man aber aus der Schreibe, denke ich, schon erahnen kann).
Also ich werde auch weiterhin die Träume eher geniessen, ich finde es geradezu eine blasphemische und unnötige Trivialisierung, wenn man etwas so faszinierendes wie einen intensiven Traum hinterher auf die dingliche Realwelt abzubilden versucht ;-) (Scherz mit einem winzigen Funken Wahrheit).
Wie gesagt finde ich das faszinierendste am Träumen, daß das Geist/Psyche-"Gespann" im Traum ab und zu scheinbar unvereinbare, weit auseinanderliegende Zusammenhänge zu einer, oder gleich mehreren, oft gleichzeitigen, Schlußfolgerung kombiniert, die "nüchtern" nicht möglich wäre (weil man, selbst wenn man Lösungen zu Problemen sucht, zu strukturiert denkt).
Ähnliches kenne ich vom gemeinsamen Musikmachen, wo man sich gelegentlich im Nachhinein wundert, wie das Zusammenspiel rein aus dem Unbewußten heraus so gut funktionieren kann und die erlernte Theorie angewendet wird, ohne daß man die Anwendung plan- und zweckmäßig selbst kontrolliert ;). Aber auch da stellt sich oftmals (aber eben auch oft nicht!) heraus (Aufnahmen ;-)), daß es *so* großartig dann doch nicht war.
Nun, solche Träume passieren mir verhätnismäßig selten, weswegen ich hier auch kaum viel beitragen werde, aber vielleicht lasst ihr meinen thread/account ja offen, evtl. findet der ein oder andere es ja peripher interessant, falls sich noch mehr Material ansammeln sollte.

liebe Grüße

D.
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Re: Comic-Pandämonium

Beitragvon oYo » Do 5. Feb 2015, 15:13

Hallo Dokumentar,

ja, daß Du ein Mann bist, hab ich mir schon gedacht. Alter kann man aus den Träumen schlecht erkennen. Naja, Teenys haben oft sehr typische Träume. Also, für einen Teeny habe ich Dich schonmal nicht gehalten. :lach:

Ich find es schön, daß Du Deine Träume so bestaunst. Was die Traumdeutung an sich anbelangt, bin ich natürlich etwas anderer Meinung als Du, sonst hätte ich ja nicht dieses Forum. :grins: Gerade wenn man sich über lange Zeit intensiv mit seinen Träumen auseinander setzt, entdeckt man noch viel mehr die unglaublich faszinierende Welt des Unbewußten, die mit der äußeren Welt interagiert und dabei wundervolle Geschichten erzählt und Realitäten neu formt, verändert - immer mit dem Bestreben, das individuelle Wesen integrativ, heilend, stärkend, inspirativ und kreativ zu entfalten. :-)

Aber tatsächlich, wenn jemand anders einem die Träume deutet, dann bleibt es oft zu oberflächlich oder kann sogar total in die falsche Richtung laufen und so richtig die Laune verderben. Man kennt sich eben doch selbst am besten und Außenstehende verstehen und wissen so vieles nicht. :nope:

Das Musikbeispiel gefällt mir. Du hast es selbst angedeutet: man lernt Dinge sehr bewußt, sowohl in Theorie und Praxis, und verinnerlicht es so, daß es schließlich aus dem Unbewußten heraus entstehen kann. Und dann ist eine bewußte Kontrolle sehr oft eher hinderlich. Aber dennoch bleibt es ein Zusammenspiel, das man immer mehr verfeinern kann, wenn man denn möchte. Das Unbewußte lernt ständig mit, egal was wir tun. Und es zeigt uns in Träumen, wo wir uns gerade im großen inneren Gesamtgefüge befinden, welche Assoziationen und Lebenserfahrungen direkt mit dem täglichen Erleben zusammenhängen. Wenn man sich mit Traumdeutung beschäftigt, kann man so eine Menge dazulernen und tatsächlich lernt auch das Unbewußte dabei wichtige Dinge weiter. Oft sind Träume z.B. eine Frage an das Bewußtsein: "Ist es so oder ist es so? Wie hättest du es lieber? Wie würdest du dich entscheiden?" usw.

Ich empfinde es jedenfalls als angenehm entspannend und bereichernd, auch einfach mal Träume lesen zu können, ohne über eine Deutung nachzudenken. Ich würd mich freuen, wenn Du ab und zu mal einen Traum erzählst. Ich lerne nämlich von den Träumen anderer auch eine Menge dazu und liebe es, ihre Schönheit, ihre Eleganz und ihren Humor zu bewundern. :zwins:

Wir haben hier übrigens ein praktisches Schild: :kdeut:

Lieben Gruß und vielleicht auf bald mit neuen Träumen,
oYo :zauber:
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