Tod, Erleben des eigenen Sterbens, Welt ohne Licht

Träume erzählen, Träume miterleben, Träume deuten

Tod, Erleben des eigenen Sterbens, Welt ohne Licht

Beitragvon endlose_Dunkelheit » So 28. Jun 2015, 21:02

Hallo!

Dieser Traum ist zwar schon viele Wochen her, aber ich denke immer wieder über ihn nach, da dieser Traum auch sehr intensiv war.

Ich fange mal an:

Es fing damit an, dass ich sozusagen im Traum geträumt habe, dass ich am nächsten Tag einen Unfall haben werde und sterben werde und dass dies nicht zu vermeiden ist, weil es so sein soll und meine Zeit hier abgelaufen ist. Ich bin dann im Traum erwacht und fuhr am nächsten Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Aber im Traum fuhr ich eine ganz andere Strecke, als in der Realität. Ich fuhr gerade über einen Kreisverkehr und in dem Moment wurde ich heftig angefahren. Ich sah und spürte nichts, es ging alles so schnell, ich starb in einem Bruchteil einer Sekunde. Ich wusste sofort, dass ich tot bin und ich sah auf einmal einen langen Gang/Tunnel aus Sträuchern vor mir, die oben zusammengewachsen waren. Der Hintergrund war hellblau wie der Himmel. Ich flog sehr schnell dadurch. Am Ende war ein Hexagramm. Ich flog darauf zu und dann dadurch. Plötzlich war ich dann auf einer Wiese mit vielen Blumen. Die Sonne schien. Hinter mir war Wald, aber etwa 100 Meter vor mir ein dunkler, großer Hügel. Dann sprach plötzlich eine Stimme zu mir. Sie sagte, dass meine Zeit nun gekommen ist, zu gehen und die Erde zu verlassen, aber dass ich nun in eine andere Welt kommen werde, wo es kein Licht gibt und dass ich das Licht für längere Zeit nun das letzte Mal sehe und dass ich an diesem dunklen Ort vieles zu lernen habe und lernen soll, Gutes zu tun und gut zu anderen zu sein und ich dort die Aufgabe habe, mich um einen Jungen zu kümmern. Wenn ich meine Aufgaben nicht erfülle und Böses tue, so werde ich länger an diesem dunklen Ort bleiben müssen, oder werde zu einem noch schlimmeren Ort kommen. Wenn ich aber meine Aufgaben erfülle und Gutes tue, so werde ich zu einem schöneren Ort kommen, wo es auch Licht gibt. Und dann sagte die Stimme noch, dass ich bescheid bekomme, wenn es für mich an der Zeit ist, neu zu inkarnieren und dass ich nun in den Hügel hinein gehen soll. Ich tat es. Ich ging auf den Hügel zu. Dort war eine Tür. Ich öffnete sie. Ich ging hinein. Hinter mir fiel die Tür zu und verschwand. Ich sah nun nur noch Dunkelheit. Ich wusste, dass ich nicht wieder zurückkehren kann, aber ich hatte keine Angst. Ich sah alles neutral und wollte meine Aufgaben erfüllen und das lernen, was ich noch zu lernen habe, um auf meinem Weg weiter zu kommen. Menschen sprachen mit mir, aber ich sah sie nicht. Einer erzählte mir, dass einige an diesem Ort Halluzinationen bekommen von der Dunkelheit und dass sie dadurch verrückt werden. Dann erzählte er mir noch, dass aber einige Gegenstände und auch Menschen, oder andere Wesen leuchten würden, sodass man sie sehen kann und dass er letztens ein Schiff mit Wasser und Segeln gesehen hat, aber er nicht zwischen Halluzination und Realität unterscheiden könne und dass er glaubt, dass die Dunkelheit ihn auch verrückt macht.
Ich lag dann plötzlich in einem harten Bett. Vor mir sah ich eine Kücheneinrichtung. Es war so, als ob sie mit einer Lampe beleuchtet wurde, aber es gab keine Lampen. Drumherum war nur Dunkelheit. Ein Junge kam auf mich zu, ich konnte ihn sehen, weil auch er leuchtete, wie die Kücheneinrichtung. Er sagte, dass ich ihm was zum Essen machen soll. Ich gab ihm zu Essen. Ab da sind meine Erinnerungen verblasst.

Der Traum wirklich sehr intensiv und sehr real und ich bin erstaunt darüber, so einen intensiven Traum gehabt zu haben, auch, wenn dies nicht mein einziger, intensiver Traum war. Hatte noch viele andere Träume gehabt, die wirklich sehr real und intensiv waren und die mich auch heute noch ab und zu beschäftigen.
Ich weiß nicht wirklich, was dieser Traum nun bedeutet. Ich weiß zwar, dass Träume vom Tod nicht den wirklichen Tod bedeuten, sondern eine Veränderung im Leben, aber was der ganze Traum insgesamt bedeutet, weiß ich nicht.
Vielleicht kann mir ja jemand eine Antwort darauf geben, oder mir von ähnlichen Träumen berichten. Ich würde mich über nette Antworten sehr freuen!

Liebe Grüße

endlose_Dunkelheit
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Re: Tod, Erleben des eigenen Sterbens, Welt ohne Licht

Beitragvon Xephyr » Mo 29. Jun 2015, 14:50

Take this kiss upon the brow!
And, in parting from you now,
Thus much let me avow —
You are not wrong, who deem
That my days have been a dream;
Yet if hope has flown away
In a night, or in a day,
In a vision, or in none,
Is it therefore the less gone?
All that we see or seem
Is but a dream within a dream.

I stand amid the roar
Of a surf-tormented shore,
And I hold within my hand
Grains of the golden sand —
How few! yet how they creep
Through my fingers to the deep,
While I weep — while I weep!
O God! Can I not grasp
Them with a tighter clasp?
O God! can I not save
One from the pitiless wave?
Is all that we see or seem
But a dream within a dream?

[Edgar Allan Poe, 1849]

Was du da beschreibst ist ein Sonderfall des Klartraumes, das sogenannte falsche Erwachen. Beim falschen Erwachen nimmt der Träumer an, dass er aus seinem Traum in den Wachzustand erwacht sei, während dieser Vorgang jedoch nur innerhalb des Traumes stattgefunden hat.

Als Magus sagt mir diese Welt sofort etwas. Auch wie du sie betrittst, nämlich durch den Sträuchertunnel, den Hag. Und wo ein Hag ist, ist die Hexe nicht weit. Eine gute Hexe, soviel stellt der Traum sicher. "Gut" heißt hier "richtig". Tu das Richtige! ist die Losung. Tätest du das Falsche, du würdest immer tiefer in die Dunkelheit geraten und müsstest länger dort ausharren. Um das Bild der Hexe zu komplettieren erscheint ein Drudenfuß, das Hexagramm.

Der Ort, den die Hexe besucht, nennt sich im Tarot: Der Mond.

Bild

Soweit so gut. Aber von Anfang an: Du (be-)schreibst auffällig schön, schreibst (fast) fehlerfrei. Die Erzählung wirkt strukturiert, wie von einem Entdecker geschrieben, der sich mit seinem Schiff aufgemacht hat um eine neue Welt zu erforschen. Und tatsächlich, eine Stimme sagt dir, dass genau das passieren wird, eine neue Welt - und dort gibt es kein Licht!

Das ist natürlich richtig, denn der Mond im Tarot ist den Fischen des Zodiak zugeordnet, dem letzten Zeichen und das steht für die letzte Phase des Winters. Wir erwarten also Dunkelheit (und manche erwarten Auferstehung in einem neuen Jahr). Aber dieser Archetyp bedeutet Mitternacht und nicht der frühe Morgen. Der hebräische Buchstabe ist Quoph, seine Bedeutung ist Hinterkopf und gemeint ist das Unbewusste. Dies ist der Abyssos, der dunkle Abgrund der Seele. An seiner Küste stehen die Schakalgötter von Khem, denn hier beginnt das Jenseits, der Tod.

Bild

Äh, nein, einen Moment, so, jetzt:

Bild

Dieser Tod ist der "Schatten" des Mondes, immer in seiner Nähe. Eine wässrige Welt, voller Gefühl. Buchstabe Nun, der Fisch. Im Zodiak Skorpion, das Gift (des Geistes). Von Mond und Tod kann man wahnsinnig werden, im Grunde stehen sie für Wahnsinn und Halluzination. Man kann nicht mehr zwischen Realität und Halluzination unterscheiden.

Wichtig ist dabei, dass die Reise dich zu etwas unendlich Wichtigem geführt hat: Dem Jungen aus den tiefsten und dunkelsten Abgründen deines Unbewussten. Dieser Junge ist dein in deiner Kindheit verdrängter männlicher Anteil, den du in Zukunft "füttern" wirst. Nicht weil der Traum das will, sondern weil alle Menschen das irgendwann tun. Bei mir ist es übrigens ein Mädel.

Naja und wenn wir unsere verdrängten Geschlechterrollen genug gefüttert haben, dann sind wir darüber irgendwann alt geworden. Und androgyner, was Sinn ergibt.

Toller Traum, ich könnte noch hundertmal mehr darüber schreiben. Und natürlich eine tolle und begabte Künstlerhexe! Superschön, danke dir fürs Hiersein! :blume:

Xephyr

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Re: Tod, Erleben des eigenen Sterbens, Welt ohne Licht

Beitragvon Fräulein Knücke » Di 30. Jun 2015, 13:39

Hallo,

da sich hier eine Diskussion zum Thema Tod entwickelt hat, die nicht so direkt mit dem Traum zu tun hat, habe ich die mal in den Tempelgarten verlegt. :-)

Bitte hier entlang... :zeitung:

Fräulein Knücke :zauber:
Ein Geist von großer Wachheit und Erkenntniskraft wandelt nicht selten nahe am Abgrund des Wahnsinns. (Liber mentis alienatae, Soror Intelligentia Praecox)
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Re: Tod, Erleben des eigenen Sterbens, Welt ohne Licht

Beitragvon Carl Jung » Di 30. Jun 2015, 14:16

Ok
Träumen wir die Realität oder realisieren
wir die Träume?

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