Götter, Erschaffung, Entstehung, Fortführung, Überwindung

Wesen aller Art: Dämonen, Engel, Götter, Naturwesen, individuelle Wesen...

Re: Erschaffen eines magischen Wesens

Beitragvon jöckel » Di 26. Jun 2012, 18:41

Xephyr hat geschrieben:
eno hat geschrieben: Die Buddha-Erfahrung im Buddhismus kann man vielleicht als eine unmittelbare Transformation in eine magische Entität betrachten, ohne sich mit einer bereits existierenden Entität, die mit den Energien anderer „gefüttert“ wurde, zu verschmelzen.

So wie es jetzt dasteht, scheint es keinen magischen Grund zu geben sich selbst oder andere Götter zunächst zu überwinden, um die beschriebene Transformation zu bewerkstelligen. Ich denke da an Nietzsches Überwindung des Nihilismus durch den Übermenschen, aber auch an buddhistische Konzepte der Selbstüberwindung. Falls das stimmt (und ich glaube nicht erst seit heute, daß das wahr ist), dann stellt sich die dringende Frage, weshalb an der Überwindung so starr festgehalten wird.
Weshalb wird in ein einfaches magisches Konzept etwas eingebaut, daß man nicht dafür braucht? Cui bono? :lupe:

Liebe Grüße,

Xephyr

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Anregender Gedanke. Allerdings glaube ich nicht, daß es irgend etwas gibt, das niemand braucht.
Entsprechend stellt sich mir dabei die Frage nach der Definition von "man".
Verschiedene Glaubenssysteme, und damit verbundene Absichten scheinen mir spontan eine plausible Erklärung abzugeben.

Habe schon haufenweise Menschen erlebt, denen einfache Konzepte einfach zu einfach sind, um sie glauben zu können.
Für mich ist das paradox. Aber nu, jeder jeck is anders...

Was in dem Zusammenhang noch auffallend finde, ist daß gerade diejenigen, die´s gern besonders umständlich mögen, sich bevorzugt auf Temen stürzen, die im weitesten Sinne zu den Geisteswissenschaften zählen. (von Mathematik mal abgesehen)

Was ich wiederum gut nachvollziehen kann. Physik ist da z.B. weitaus weniger gnädig gegenüber "Verknüpfungs-Wildwuchs-Konstrukten", die nicht zwingend notwendig erscheinen.

p.s. ich hätt ja gerne mal ne Erklärung, was eine NICHT-magische Entität eigentlich ist?? Hat man sowas schon gesehn? Vielleicht bin ich da völlig schief gewickelt. Vielleicht ist´s auch nur ne Frage von "Fachterminologie", mit deren Vokabular ich nicht so vertraut bin. Das soll keine Veralberung sein.

Lieben Gruß,
jöckel
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Re: Erschaffen eines magischen Wesens

Beitragvon Xephyr » Mi 27. Jun 2012, 11:54

jöckel hat geschrieben:p.s. ich hätt ja gerne mal ne Erklärung, was eine NICHT-magische Entität eigentlich ist?? Hat man sowas schon gesehn?

Es geht wohl darum aus eigenem Willen und mit geplanter Absicht Wesen/Entitäten zu schaffen - im Gegensatz zu: "Ich hab' mir da was eingefangen, wie werde ich das wieder los?"

jöckel hat geschrieben:Anregender Gedanke. Allerdings glaube ich nicht, daß es irgend etwas gibt, das niemand braucht.

Irrtümer haben ihren Wert;
jedoch nur hie und da.
Nicht jeder, der nach Indien fährt,
entdeckt Amerika.
(Kästner)

Grüßle vom

Xephyr

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Re: Götter, Erschaffung, Entstehung, Fortführung, Überwindun

Beitragvon Xephyr » Mi 27. Jun 2012, 13:28

Hallo Jöckl,

ein kongenialer Mix aus Phantasie, Weisheit, Lügen, Halbwahrheiten, Visionen, Wissen und der Annahme "zumindest im wesentlichen Kern seines Seins letztlich vollkommen unzerstörbar und unkorrumpierbar zu sein", stellt eine äusserst fruchtbare Erde der Flexibilität dar, ein Humus, der sicherlich keines weiteren Düngers bedarf, um wirklich jeder Pflanze Nahrung bieten zu können. Während die meisten Soziologen und Psychologen solcherart Flexibilität nun als die wichtigste Grundlage das Leben meistern zu können ansehen, frage ich mich persönlich, wieso ich mich eigentlich von irgendeiner exotischen Pflanze durchwurzeln und aussaugen lassen soll? Ehrlich gesagt, ich mißtraue Pflanzen und ich mißtraue vor allem Menschen, die ihre Weltbilder aus dem Pflanzenreich entlehnen, wie der wahnsinnige Dr. Schreber (nach dem die Schrebergärten benannt sind), der mit seinen paranoiden Erziehungsmethoden seinen ältesten Sohn in den Suizid und den Jüngsten in den Wahnsinn trieb. Die Dummheiten wechseln, nur die Dummheit bleibt.

Aber genug davon. Jöckl, dein Avatar stellt den (berühmten) Grundriß der Kathedrale von Chartres dar, in einer Form- und Farbgebung, die (glaube ich) aus dem Buch "Der Weg über die Augen" stammt. In dieser Kathedrale gibt es das berühmte Labyrinth.

Bild

Bis 1792 war in der Mitte des Labyrinths eine Plakette angebracht, die den Kampf des Theseus mit dem Minotaurus darstellte. Wer sich seinem innersten Kern nähert, der folgt dem labyrinthischen Verlauf der Sonne einer unterirdischen Welt, tanzt dabei vielleicht den Hochzeitstanz einer jungen Braut, die in der Mitte ihren Bräutigam findet, oder begibt sich auf die Jagd nach seinem inneren Tier, um dieses magisch zu bezwingen. Dazu braucht man natürlich keine Religion. Religionen haben die Angwohnheit Labyrinthe mit sehr tiefen Gräben anzulegen, man verliert schnell die Orientierung und braucht Anleitung. Aber wie gesagt, man braucht keine Religion (und kein Labyrinth) um sein Innerstes wahrzunehmen. Und man braucht schon gar keine Bilder des Monsterkampfes, denn: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus!
Nehmen wir mal Carl Gustav Jung. Der Mann war am Anfang seiner Karriere ein begeisterter Buddhist. Er hat also die ihm bekannten buddhistischen Lehren auf die klinischen Fälle der Psychiatrie übertragen und ist dabei zu ganz ähnlichen Erkenntnissen gekommen, wie du auch. Also hat er sein erstes Buch veröffentlicht. Die GW (Gesammelten Werke) von Jung umfassten am Ende ca. 25.000 Seiten und in den meisten Büchern mußte er sich selbst immer wieder korrigieren. Man spürt, daß ihm das schwer fiel, aber er hat sich immer wieder entschuldigt und korrigiert, die Bewußtseinserweiterung (gibt es nicht, geht nicht), das Selbst (da müßte man tot sein, um das zu haben) und die Ich-Befreiung (eine Depersonalisation durch Dissoziation, also eine schwere Störung), alles gestrichen. Man muß Jung nicht kritisieren, das hat er selbst getan.
Wenn ein Mensch seinen Körper als Belastung empfindet, dann ist ihm das vielleicht durch Religionen eingeredet worden, oder er hat ein Gebrechen, möglicherweise und nicht selten, auch eine Psychosomatik. Diese große Gruppe von Menschen empfindet zum Beispiel Opiate als befreiend und wunderschön. Ich empfinde es aber als extrem unangenehm meinen Körper nicht mehr (oder nur durch Watte) zu spüren. Aber ich gehöre auch nicht zu der benannten Gruppe von Menschen. Daher findet man mich auch nicht asiatischen Tempeln, denn ich empfinde die (letztendlich körper- und gefühlstötenden) Exerzitien jener Mystiker als extrem unangenehm. Und - wie bereits geschrieben - brauche ich sie auch nicht für meinen magischen Weg.

Mist, Smilies vergessen! :glubsch: Tut mir echt leid, Smilies! Bild

Bis später,

Xephyr

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Re: Götter, Erschaffung, Entstehung, Fortführung, Überwindun

Beitragvon jöckel » Mi 27. Jun 2012, 15:48

Xephyr, vielen Dank. Deine anerkennenden Anregungungen sind mir sehr hilfreich.
Daß du dieses Bild mit den Pflanzen verwendest, berührt mich auf sehr überaschende Weise. Err... Treffer, versenkt. :ok:

Tja, was soll ich sagen? Stimme dir in allem zu, was du schreibst.
Möchte dir gerne meinen ehrlichen, hocherfreuten Respekt zum Ausdruck bringen.

Was den Wunsch weckt, dir etwas ähnlich Bereicherndes zu erwidern.
Augenblicklich scheint mir das allerdings nicht gegeben, und auch gar nicht notwendig.

Also nehm ich´s lieber ohne weitere Ausführungen, einfach so wie´s ist.

Liebe Grüße,
jöckel
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