Keller

Für diejenigen, die gerne ihre Träume selber deuten und sich nur Tipps von anderen geben lassen möchten

Keller

Beitragvon kugel » Mo 17. Mär 2014, 13:10

Ich bin in einem Keller eines mittelgrossen Hauses. Der Raum umfasst etwa die Hälfte der Hausfläche, es ist dämmrig und feucht. Es stehen verteilt ein paar alte Sachen rum. In der einen Wand gibt eine türlose Öffnung, Licht fällt herein. Ich gehe nach draussen, direkt vor mir ist ein bisschen matschiger Untergrund mit ein paar Grasbüscheln darauf. Ich gehe trockenen Fusses übers Grass, dann kommt aber gleich ein kurzer steiler Hang. Ist wohl gerad zu steil und rutschig, drehe mich um und will zurück in den Keller. Gehe wieder über die Grasbüschel, dabei merke ich, dass es richtig sumpfig ist, versuche von einem Büschel auf den nächsten zu treten, es ist aber so schlammig, dass ich den Halt verliere und richtig einsinke. Denk noch, scheisse, jetzt dieser olle Schlamm überall. Versuche mich auf den Büscheln abzustützen, aber die gehen in dem Morast unter, dann hab ich etwas festeres unter einer Hand, an dem ich mich ein bisschen hoch drücken kann. Fühlt sich so komisch glatt an, da realisiere ich, es ist ein Menschenschädel. Mir kommt der Ekel, in dieser Brühe und so dicht an einer Wasserleiche oder was auch immer. Aber mir bleibt nichts anderes übrig als mich darauf zu stützen, um nicht im Schlamm zu versinken. Mir gelingt es so halbwegs auf diesem verdammten Schädel mich hoch zudrücken und ich kann den fehlenden Schritt in den Kellereingang machen. Da komm ich allerdings nicht so richtig rein, da jetzt dort viele alte, grüne, leere Flaschen stehen, die ich nicht alle umschmeissen will. Aber es geht dann irgendwie. Mich wundert, was eigentlich der unscheinbare Typ dort am Eingang, unbeteiligt rumstehend und mir wohl zuschaut. Dann wache ich auf.

Nun zu meiner Deutung. Einen Teil habe ich frei assoziiert, wo ich nicht weiter wusste, habe ich bei traumdeuter.ch nachgeschaut.
Der Keller steht sicher für das persönliche Unbewusste. Das Hinaustreten, könnte für das bewusst bar Machen stehen und es mit dem Grass für das die persönliche Entwicklung nutzen. So richtig weiter komm ich damit nicht, da ich gleich vor einem Hang stehe.
Also wieder zurück in die eigene Tiefe. Dabei versinke ich im eigenen Gefühlskaos und trüben Emotionen und mir begegnet in Form der Leiche/ Schädels Unabgeschlossenes, Belastendes, Verdrängtes aus der Vergangenheit. Der Sumpf/ Schlamm steht aber auch für das mögliche Entwicklungspotential. Allerdings stehen mir dabei die Flaschen im weg.
„Flasche symbolisiert nicht selten eine Persönlichkeit mit all ihren Eigenschaften, die sich nicht genügend entfalten kann, gleichsam eingeschlossen bleibt,- in diesem Fall fordert der Traum meist auf, mehr aus sich herauszugehen, die Fülle der eigenen Möglichkeiten besser zu nutzen.“ Die zuschauende Person könnt für mein höheres Selbst stehen.
Da wundert es mich allerdings, wieso es so unbeteiligt ist, wobei das sicher eine Eigenschaft dessen ist. Die türlose Öffnung könnte für einen unkontrollierten Austausch mit dem Unbewussten stehen, für eine schlechte Differenzierung dieser Eindrücke gegenüber dem realen Leben. Da der Traum für mich nicht schlimm war, zeigt es vielleicht, dass ich es schon gewohnt bin, mit solchen Problematiken umzugehen, sie machen mir keine Angst mehr.
Das ist was ich in dem Traum sehe, allerdings wie ich die Leichen im Keller aufspüre und damit umgehe ist mir nicht so klar.
Ein Thema ist in nachfolgenden Träumen aufgetaucht, womit ich mich auch beschäftigen sollte, wie ich andern Menschen entgegentrete, meine Interessen verteidige. In einem Traum konnte ich meine Pistole nicht finden, um einen nahenden Angreifer abzuwehren. Im nächsten Traum musste ich mich mit mir erst freundlich gesinnten Personen auseinandersetzen, die dann mir gegenüber link und agressiv waren. Ich wollte mich verteidigen, allerdings hätte das dann eher schlimmer geendet, da die eindeutig brutal und kampferfahren waren.
Andere Meinungen würden mich sicher auch interessieren.

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Re: Keller

Beitragvon oYo » Mo 17. Mär 2014, 14:41

Hallo kugel,

wow, Du hast Deinen Traum ja schon gedeutet! :ok:

Die Vorschläge aus Traumlexika nehme ich ganz manchmal, wenn ich gaaar nicht weiterkomme, auch als Inspiration. Aber ehrlich gesagt finde ich sie in vielen Fällen nicht besonders treffend. Wenn Du Lust hast, könntest Du zu den grünen Flaschen nochmal assoziieren: Was sind das für Flaschen? Was war darin? Erinnern sie Dich an eine spezielle Marke? Wenn Du Dich in diesen Teil des Traums nochmal reinfühlst, was fällt Dir spontan noch zu den Flaschen ein?

Ich weiß nicht genau, was Du unter dem höheren Selbst verstehst? Ich denke schon, daß die Person an der Tür einen unbeteiligten Aspekt von Dir darstellt, dem Sumpf und Leichen ebenso egal sind wie Dein Versuch, festen Boden unter die Füße zu bekommen. Ich würde ihn aber in direktem Zusammenhang mit den leeren Flaschen verstehen. :lupe:

Was mir sofort aufgefallen ist, daß Du Dich auf die versunkene Leiche stützt, um aus dem Sumpf heraus zu kommen. Ein verdrängter Aspekt, der im Morast seinen Untergang erleben mußte, dient Dir immer noch als Stütze. Dazu fallen mir spontan zwei mögliche Sichtweisen ein: 1. Du stützt Dich, wenn Du im Gefühlssumpf bist, auf etwas, was eigentlich schon längst tot und keine Teil Deines Lebens mehr ist. Dann wäre es Zeit, eine neue, bessere Stütze zu finden. oder 2. Der Aspekt, der schon längst tot und kein Teil Deines Lebens mehr ist, ist ein wichtiger Aspekt von Dir, der Dir aus der geträumten Situation heraushelfen könnte, wenn Du ihn wieder aktivieren würdest.

Vielleicht hast Du ja Lust, auch zu dieser Leiche noch zu assoziieren? Wer könnte das sein? Wenn Du in die Vergangenheit gehst, als die Leiche noch lebendig war, nimmt sie dann Gestalt an? Was für ein Gefühl löst sie in Dir aus?

Bei offenen Türrahmen ohne Tür denke ich immer an Offenheit, aber - wenn es im unschönen Gefühlskontext geträumt wird - auch die Unfähigkeit, sich abgrenzen zu können. Und gerade wenn es in Träumen um Aggressionen von Menschen geht, die man eigentlich als nett und freundlich erlebt, geht es oft darum, daß man sich nicht genug ihnen gegenüber abgrenzen bzw. sie nicht deutlich genug 'in ihre Schranken' verweisen kann. Das drückt Dein Traum ja auch aus: sie können sich Dir gegenüber Aggressionen erlauben, weil Du Dich aus Furcht vor einem Kampf lieber nicht verteidigst. Damit können Beziehungen oder Freundschaften gemeint sein, die Du fürchtest aufs Spiel zu setzen, wenn Du Dich selbst mehr durchsetzt.

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Re: Keller

Beitragvon Xephyr » Mo 17. Mär 2014, 18:28

Könnte auch sein, daß mit der unbeteiligten Person du selbst gemeint warst: Das Traumbild von sprichwörtlichen Leichen im Keller, von einem moralischen Sumpf, von unentsorgtem Müll. Zum Müll gehören auch die alten leeren Flaschen, die Ausgänge versperren. Und du stehst da unbeteiligt rum (statt was zu unternehmen). Falls das gemeint war, dann wäre Frühjahrsputz angesagt, denn das System basiert ja letztendlich auf Recycling, sprich Verarbeitung.

Natürlich übertreiben die Träume gerne, um was klar zu machen, das wissen wir ja. Aber da ist offensichtlich ein Hinweis auf den Bedarf alten Müll aktiv zu vearbeiten. Sonst, so könnte der Traum sagen, rutschst du noch ab und verlierst den Halt.

Aber super gedeutet von dir, Respekt! :ok:

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Re: Keller

Beitragvon kugel » Mo 17. Mär 2014, 23:12

Danke für die Antworten. Zu den Flaschen. Erst dacht ich an Alkohol. Aber die Flaschen sind leer und alt, ohne Etikett, ausserdem ist Alkohol eher Genuss als ein Problem für mich. Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, bin ich eher Jack Herer zugeneigt. Beim nochmal assoziieren haben sie mich an Jever Flaschen erinnert, das wird in der Stadt getrunken in der ich aufgewachsen bin (5-24Jahre) und somit auch meine kommunikativen (Un)Fähigkeiten erlangt habe.
An die wichtige Stütze dacht ich dann beim abschicken der Mail auch. Da würd ich dann auf deinen zweiten Ansatz tippen. Ich dacht vielleicht im ersten Moment, es ist eine Leiche, ich war angeekelt. Was ich aber in der Hand gefühlt habe, war ein Schädel mit Glatze und Haut, eigentlich auch nicht so tot. Bei Glatze denk ich natürlich jetzt an Nazi oder halt auch einfach an einen starken, manchmal rücksichtslosen Mann, der sich mit allen Mitteln durchsetzt. Auf jeden Fall ein Aspekt den ich nicht lebe. Die unbeteiligte Person ist dann wohl jemand, dem es eher egal ist, lieber nicht mitmacht, nichts macht, dann kann man auch nicht angegriffen werden. So wie ich es manchmal in meiner frühen Jugend gemacht habe.
Wenn ich es mit dem realem Leben vergleiche, bin ich auch gerade dabei, bestimmten Leuten meinen Standpunkt klar darzustellen. Der Frühjahrsputz läuft auch seit ein paar Wochen innen und aussen. Nehme gerad die Fastenzeit mit und bringe mal den Garten richtig in Ordnung. Das Haus in dem ich wohne hat keinen Keller, dafür direkt dahinter einen stark mit Brombeeren und Efeu verwilderten Hang. Es war sehr mühsam in zu reinigen, es ist so steil, dass man kaum laufen kann, alles hält einen fest und es pickt und kratz überall, kaum ein durchkommen, versteckter Müll von Jahrzehnten. Ebenso wie es wohl gerad in meinem Unterbewusstsein aussieht. Dazu hat ich dann heut zweimal den Traum, dass ich für längere Zeit nur diese verschlungenen undurchdringlichen Pflanzen gesehen habe. War interessant so ein Traum ohne Handlung. Zu diesem Ordung machen kam ich die letzten fünf Jahre nicht, erst ein paar Jahre starker Prozess und dann kam vor zwei Jahren mein erstes Kind.
So danke, jetzt ist mir der Traum, glaub ich ziemlich klar und ich kann die Verbindung zu den anderen Träumen ziehen. Kurz gesagt, ich muss mir mehr Respekt verschaffen.
so, dann liebe Grüsse an euch
Kugel
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Re: Keller

Beitragvon Xephyr » Di 18. Mär 2014, 16:25

Danke fürs Feedback! Das kommt nicht selten vor, daß die äusseren und inneren Gegebenheiten synchron verlaufen. Irgendwie hängt das wohl alles zusammen. Und schön, daß du die Träume in Verbindung bringen konntest, freut mich! :ok:

Liebe Grüße,

Xephyr

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Re: Keller

Beitragvon oYo » Mi 19. Mär 2014, 18:29

Hallo kugel,

ja, da tun sich einige Zusammenhänge auf. Deiner Assoziation gemäß könnten die Flaschen also 'Überreste' von Gefühlen aus der Zeit Deines Aufwachsens sein. Zur Erklärung: ich verstehe Flüssigkeiten meistens als Gefühle in Träumen. Wenn man sie aus Flaschen trinkt, dann steht z.B. Wasser für klare, erfrischende Gefühle, Cola für anregende und prickelnde Gefühle, Kaffee für anregende, warme und gemütliche Gefühle, Bier für genußvolle Erfrischung und Gemütlichkeit in geselliger Runde usw. Bei Jeverflaschen könnte es also z.B. um Gefühle der Freundschaft und Geselligkeit gehen. Da die Flaschen alle leer sind, sind diese Gefühle aber nicht mehr da. Leere Flaschen stehen also eher für Gefühlsleere. Deswegen hätte ich dieses Bild in Zusammenhang mit der unbeteiligten Person verstanden, die so 'gefühlsentleert' ist, daß in ihrem Keller kein Platz für Mitgefühl, Freundschaft oder ein bißchen Hilfsbereitschaft ist...

Umso spannender, daß Du von einer Kraft, die Du eher mit Nazis in Verbindung bringst, Hilfe und Unterstützung bekommst. Es ist übrigens sehr typisch für das Unbewußte, jede Kraft, die in einem wohnt, durch Verarbeitung früher oder später zu verwandeln und in das eigene Wesen zu integrieren. So könnte Dir aus dem Naziaspekt, der ursprünglich aus einer im realen Leben erlebten und gefühlten Bedrohung heraus auch im Traum negativ erlebt wurde, durch die Verarbeitung der Bedrohung eine Kraft erwachsen, die Dir Stärke, Durchsetzungsvermögen und - wo es nötig ist - vielleicht auch ein bißchen Rücksichtslosigkeit verleiht. Die Rücksichtslosigkeit, die man wirklich manchmal in geringen Dosen braucht, um sich selbst zu behaubten, könnte sogar zum Teil auch aus der Person entstehen, die so teilnahmslos zuschaut. Das ist ja das Geniale an Seele und an Träumen, daß Dinge, die einem früher einmal Angst gemacht haben, sich in einem so stark verwandeln können, daß einem plötzlich ihre positiven Eigenschaften zur Verfügung stehen. :ja:

Ich finds total spannend... :trippel:

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