Rotkäppchen und der böse Wolf - ein magisches Abenteuer

Eine dynamische Art, den eigenen Lebensbaum zu bereisen und den Abyssos zu über- oder durchqueren. Trancen, Seidr, Walking Trance und andere...

Rotkäppchen und der böse Wolf - ein magisches Abenteuer

Beitragvon oYo » Mo 30. Jul 2012, 19:08

Hallo Magier und Träumer,

10 Tage Urlaub in einer traumhaften, urigen Landschaft im Wasgau, was könnte man da Besseres tun, als in die Märchenwelt einzutauchen und magische Abenteuer zu bestehen? Eigentlich suchten wir außer der langersehnten Erholung eine freundliche, zauberhafte, mystische nächtliche Begegnung mit den Waldwesen, aber die Welt der Magie hält sich eben nicht immer an die eigenen Vorstellungen, vor allem dann nicht, wenn man sich für sie einfach öffnet und schaut, was da auf einen zukommt. Aber ein Versprechen hat der Wald gehalten: wir befanden uns mitten im Reich der deutschen Märchen. :blkrone:

Am Freitag Nachmittag kamen wir an und schlugen unser Zelt auf. Das Wetter war durchwachsen, aber der Wetterbericht versprach uns ab Sonntag Sonne pur, die wir auch bekamen. Erstmal ankommen, sich einleben, entspannen, sich einstimmen auf die Umgebung, mehr hatten wir nicht vor...

Bild

Ich freute mich schon wahnsinnig auf unser magisches Abenteuer, war gespannt wie ein Flitzebogen. Aber wir wollten uns Zeit lassen und alles mit Ruhe angehen. Darum taten wir erstmal nichts anderes, als unseren beginnenden Urlaub zu genießen. Daß daraus eine kleine magische Reise werden würde, wußten wir noch nicht. Und eigentlich verstanden wir während des Erlebens die Zusammenhänge auch nicht so richtig, auch wenn wir uns natürlich unseren Reim darauf machten. Die Wälder um den Campingplatz sind tagsüber belebt mit Wanderern, die Felsen und Hügel sind zum Teil sehr steil, es gibt viel unwegsames Gelände, aber auch viele wundervolle Orte direkt am Wegesrand. Der Wald ist voll magischen Lebens, das kann man schon bei einem einfachen Spaziergang spüren, die Grenzen zur Welt der Magie sind hier sehr dünn - so habe ich es zumindest empfunden. :zauber:

Ich möchte gerne in den nächsten Tagen von unseren Erlebnissen dort erzählen, auch von meinen Träumen, von denen ich glaubte, sie hätten mit unseren Erfahrungen nur wenig zu tun. Die Geschehnisse haben sich aber so stark in meine aktuellen Traumerlebnisse und ihre Sprache eingefügt, daß ich sie zunächst nicht darin wiedergefunden habe. Erst bei genauerem Hinsehen konnte ich die Geschichten entdecken, die sich durch Xephyrs und mein Wesen in Chemie mit den Wesen des Waldes als persönlichen Abdruck im Inneren und im Äußeren entfaltet haben. :lupe:

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Re: Rotkäppchen und der böse Wolf - ein magisches Abenteuer

Beitragvon oYo » Mi 1. Aug 2012, 18:52

Hallo, :wave:

in der ersten Nacht hatte ich schon einen beeindruckenden Traum. Ich traf eine große Eule, die allerdings äußerst ängstlich war und von niemandem gesehen werden wollte. Vor allem vor Männern versteckte sie sich, und als bei unserer ersten, schüchternen Begegnung auf einmal zwei Männer um die Ecke kamen, verkroch sie sich schnell und zog sich eine Tüte über den Kopf, um nicht gesehen zu werden. Als die Männer weg waren, lud ich sie auf meinen Arm ein, allerdings flog sie zu mir, ohne die Tüte vom Kopf zu nehmen, landete zwar auf meinem Arm, verlor aber das Gleichgewicht und wäre beinahe runtergefallen. Ich konnte sie gerade noch an den Füßen festhalten und dann ganz sanft auf den Boden legen. Um sie aufzurichten, war sie mir viel zu schwer.

Ich zog ihr die Tüte vom Kopf und sie sagte: "Ich glaube, ich habe mich verletzt." Tatsächlich blutete sie links neben ihrem Schnabel ein bißchen, vorsichtig tupfte ich das Blut ab und wollte sie dann in einen Raum tragen, wo ich immer meinen Hund entflohte (ich habe in der Realität keinen Hund, es war also ein Traumhund, ein richtig großes Viech). Eigentlich wollte ich in den Raum, weil die Eule Angst hatte, daß jemand vorbeikommen und sie sehen könne. Aber in den Raum wollte sie auch nicht, denn sie hatte Angst davor, Hundeflöhe zu bekommen. Ich beruhigte sie, daß doch Hundeflöhe gar nicht auf Eulen gehen, aber sie sagte, sie sei sich da nicht so sicher. Da war ich mir dann auch nicht mehr so sicher... :schulter:

Am Samstag machten wir noch nichts Besonderes, also brachte ich meine Träume auch nicht weiter mit dem Wald und der Umgebung in Zusammenhang. In der Nacht auf den Sonntag träumte ich dann, daß Xephyr und ich die chinesische Hölle betraten. Eigentlich waren wir in einem Gang, von dem aus es Tore in verschiedene Höllen gab, die erste Hölle war eine für chinesische Christen, auf dem Tor war ein kitschiger betender Jesus abgebildet, aber auf dem Feld dahinter sah man, wie die Chinesen von Christen gefoltert wurden. An diesem Tor konnten wir vorbeigehen, es war keine Gefahr für uns. :devils:

Dann allerdings kamen wir an einen Raum, in dem sich an jeder Wand - also in alle vier Himmelsrichtungen - Höllentore in die chinesische Hölle befanden. Wenn man an einem Tor vorbeiging, öffnete es sich, blutrote Rosenblütenblätter wirbelten heraus, gleichzeitig gab es einen starken Sog, der jeden in die Hölle zog, der vor dem Tor war. Manche Leute konnten an den Toren vorbeigehen, ohne daß sie sich öffnen, aber wir nicht, das wußten wir. Zu unserem Schrecken mußten wir sogar sehen, daß die Tore ihren Platz wechseln konnten, so daß wir einmal fast genau vor dem östlichen Tor - nun nach Südösten ausgerichtet - gestanden hätten.

Wir suchten eine Möglichkeit, an den Toren vorbeizukommen, und fanden sie in einem Bild, das an der Wand in dem Gang vor dem Raum mit den Höllentoren hing. In dem Bild befanden sich zwei große, einfache Angelhaken, an dem einen hing eine Glühbirne, das war der Haken, den Xephyr nehmen sollte, an dem anderen hing ein winziger rotweißer Rettungsring und ein Zimmerschlüssel. Das war der Haken, mit dem ich am Tor vorbeikommen sollte. Nur gab es hier überall Wächter, die aufpaßten, deswegen konnten wir uns die beiden Haken nicht einfach aus dem Bild nehmen. Doch dann hatten die Wächter plötzlich irgendwelche Gründe, um die Ecke zu gehen oder den Gang komplett zu verlassen. Jetzt befanden sich allerdings sehr viele Touristen im Gang, die uns beobachten konnten. Also hatten wir weiterhin keine Chance, ungesehen die Haken aus dem Bild zu nehmen. :nope:

Tatsächlich sind in der Gegend sehr viele Touristen unterwegs - und der Wächter des Waldes, dem wir später begegnen sollten, ist uns ja dann in der zweiten Nacht auch aus dem Weg gegangen. Süß finde ich die Symbolik der Dinge, die an den Haken hingen. Xephyr war nämlich derjenige, der bei unseren Abenteuer voraus ging, während ich entweder neben ihm, auf engen Wegen aber immer hinter ihm lief und mich eher ängstlich hinter ihm versteckte. :hide: :lach: Xephyr hat die Wesen gesehen (die Glühlampe), ich hab mich gefürchtet (der Rettungsring). Warum ich einen Zimmerschlüssel haben sollte, weiß ich im Zusammenhang mit den Erlebnissen im Wald nicht. In der persönlichen, inneren Deutung meiner Träume macht es natürlich Sinn. ;-)

Am Sonntag endlich betraten wir den Wald, tagsüber im Sonnenschein. Wir krakselten den Hang hinauf, der direkt neben unserem Zelt begann, über uns ragten die Sandsteinfelsen. Es gab dort keinen richtigen Weg, nur eine eher zu erahnende Trampelspur, vermutlich von Leuten, die vor uns hier gegangen waren. Ein Tierpfad war es jedenfalls nicht, dafür wuchs das Gestrüpp an manchen Stellen zu dicht. Der Hang war ziemlich steil und ich wußte, daß ich hier bei Nacht schonmal nicht hinaufgehen wollte, schon allein wegen der Dornengewächse, die hier und da wucherten, aber natürlich auch wegen der Absturzgefahr. Oben unterhalb der Sandsteinfelsen gab es dann einen kleinen Trampelpfad, den gingen wir entlang. Die Felsen stehen auf einer Art Bergnase, die zwei Täler voneinander trennt, sie ist recht schmal und zieht sich bis zum Ende des Campingplatzes hinten im Tal. Dann kamen wir auf einen breiten Waldweg, hier dann auch nicht mehr so steiles Gelände, da sich von uns aus gesehen nach hinten raus der Berg langsam und gemächlich absenkte. Rechts gingen wir dann weiter um unser Talende herum auf die andere Seite. :lupe:

Dort begegneten wir einem Eichelhäher. Er war ziemlich zutraulich, saß nur zwei Meter von uns entfernt auf einem Baumstamm und guckte uns gelassen an. Der Wald schien uns willkommen zu heißen und wir fühlten uns sauwohl. Wir kündigten uns dem Wald an und sagten Bescheid, daß wir in den nächsten Nächten die Wesen besuchen wollten. An einer großen Kreuzung mit einer Bank schlugen wir uns wieder quer durch den Wald und kamen etwas höher, auf der gegenüberliegenden Seite unseres Zeltes wieder auf den Campingplatz.

In der Abenddämmerung dann unser erstes Erlebnis. Wir hatten bereits gegessen und unterhielten uns, als plötzlich über uns an dem wahnsinnig steilen Hang ein Tier - so vermuteten wir - von den Felsen her genau auf unser Zelt zugerannt kam. Es lief ziemlich schnell und man hörte nur sehr wenig Zweige und Unterholz knacken. Ich wüßte nicht, welches Tier sich so schnell durch so unwegsames Gelände bewegen sollte, überlegte noch, ob es vielleicht ein aufgeschrecktes, fliehendes Reh war. Nur das Geräusch, das das Tier machte, paßte so gar nicht dazu. Es hatte einen keuchenden Atem, irgendwie röchelnd, fast menschlich, aber ziemlich wild. Ich nannte es lachend einen asthmatischen Elch. Es rannte im Dickicht ziemlich nah an unserem Zelt vorbei, war dann noch für ein paar Meter zu hören, die es wieder den Hang hinauflief, dann Stille. Nichts mehr zu hören, den ganzen langen Abend nicht mehr. Okay, uns war klar, das war ein Wesen des Waldes, kein normales Tier! Xephyr sagte noch: "Der ist weggelaufen, weil wir uns angekündigt haben." Und ich sagte: "Na hoffentlich! Das zu hören hat mir jetzt nichts ausgemacht, aber nachts möchte ich dem nicht im Wald begegnen!" :nope:

oYo :weg:
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Re: Rotkäppchen und der böse Wolf - ein magisches Abenteuer

Beitragvon oYo » Mo 6. Aug 2012, 18:27

Hallo,

momentan hab ich mal wieder viel zu tun, aber die Erzählung hier ist natürlich nicht vergessen! In der Nacht träumte ich von einem Waldschrat. Er kam mir auf einem Weg aus einem Wald entgegen, wirkte ziemlich grob und gemein auf mich. In seinen Händen hielt er einen Eichelhäher, den er im Wald gefangen hatte. Ich dachte bei mir: "Wie soll uns der Wald denn willkommen heißen, wenn der Typ den Eichelhäher fängt?" Ich sagte ihm, er solle den Vogel freilassen, was er auch prompt tat. Aber er lachte dabei hämisch, als hätte er noch eine weitere Grausamkeit in Petto. Tatsächlich hatte er einen Gefangenen, es war ein Riese über 2 Meter groß, der betäubt und schwach in einem winzigen Raum lag. Der Waldschrat meinte, der Riese sei sehr aggressiv und könne einen verletzen, obwohl er geschwächt war. Man mußte einen ganz bestimmten Tanz aufführen, damit er einem nichts tat. Er tanzte diesen Tanz, öffnete gleichzeitig die Tür und brachte dem Riesen etwas zu trinken. Dann war der Waldschrat weg.

Ich überlegte mir, daß es vielleicht praktisch sei, diesen Tanz zu können. Daß der Riese aggressiv war, wunderte mich nicht, immerhin war er schon seit langer Zeit hier gefangen. Ich wollte mich ihm aber gefahrlos nähern können, also mußte ich den Tanz einüben. Ich sah mich selbst auf dem Weg vor dem Wald, ein kleines Mädchen mit einer roten Hose und einem gelben Pulli, vielleicht 5 oder 6 Jahre alt, das den Tanz einübte. Dieser Tanz wurde eigentlich hauptsächlich mit dem linken Bein getanzt, das machte also mit Spitze und Hacke und vor und zurück und seitwärts und Kick verschiedene Bewegungen, während man auf dem rechten Bein nur hüpfte oder stand. Plötzlich löste sich das linke Beinchen von dem Kind und tanzte allein den Weg hinab. Es verwandelte sich in eine kleine, total süße tanzende Elfe. :mm:

Man könnte hier in dem Riesen und dem am Ende einbeinigen Mädchen fast eine Anspielung an Rumpelstilzchen erkennen, denn Riesen und Zwerge haben in Träumen sehr viel miteinander zu tun. :lupe:

Der Montag war Einkäufen, Gestöber in der 'Schuhstadt' und dem Lesen gewidmet. Für den Wald bei Nacht fühlten wir uns an diesem Tag nicht gerüstet. Xephyrs Wanderschuhe waren innen kaputtgegangen, keine gute Voraussetzung, um sich im Dunkeln durchs Unterholz zu schlagen. Also war der Beschluß, am nächsten Tag erstmal neue Schuhe für ihn zu finden und dann am Dienstag Abend offiziell die Welt zu wechseln... :trippel:

oYo
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