Kurzgeschichte

Werke von Abyssdivern und Träumern in Wort, Bild und Ton

Kurzgeschichte

Beitragvon BigBadWolf » Do 6. Feb 2014, 06:53

Hey, ich hatte mal erwähnt, dass ich manche Träume in Geschichten verarbeite
Kurzgeschichten, um genau zu sein.
Ich wollte ich gern mal nach eurer Meinung fragen, und vllt hat das ja auch schon jemand ausprobiert, ich würde mich freuen sowas mal von anderen zu lesen.
Ehm... Hier mal etwas von mir:

>Bird band sich das weiße Bettlaken wie ein Cape um die Schultern und hüpfte durch den Raum, als wäre sie von etwas gestochen worden. Ihr nicht einmal schulterlanges türkis-farbenes Haar wippte dabei auf und ab.
"Radioactive-girl schreitet zur Tat!", schrie sie euphorisch, mit der Faust in die Luft gestreckt, wobei sich ihre Wangen vor Freude rot färbten.
Ich musste schmunzeln, waren Menschen doch normalerweise soziale Wesen. Sie brauchten Gesellschaft, sonst wurden sie unglücklich und starben letztendlich.
Sie jedoch nicht. Ihre geistige Verwirrtheit hatte ihr sozusagen das Leben gerettet.
"Und du bist mein treuer Gehilfe: Catman!" Mit diesen Worten band sie mir den Kopfkissenzug um, damit ich genauso lächerlich aussah wie sie. Nur das ich nunmal eben eine Katze war. Zumindest in ihren Augen.
"Jetzt sind wir echte Superhelden! Wie in den Büchern!", jauchzte sie und hielt mir ein Comicheft vor die Nase, auf dem groß 'Deadpool' auf dem Cover stand.
"Aber Deadpool ist kein Superheld.", versuchte ich ihr zu erklären.
Sie aber schüttelte nur kichernd den Kopf und meinte:
"Doch. Er rettet die Menschen, vor der Langeweile! Er ist unsterblich und superschlau! Er ist ein Held!"
"Aber er tötet Menschen.", erwiderte ich.
Nun war sie ein wenig verwirrt, sie schien nicht zu verstehen was ich meinte oder worauf ich hinaus wollte.
"Ja und? Hab ich doch gesagt.", blinzelte sie irritiert.
"Nein, hast nicht. Du sagtest er rettet Menschen. Aber er rettet sie nicht, er tötet sie. Aus Spaß."
Nun runzelte sie stark die Stirn, was sie nur sehr sehr selten tat. Hochkonzentriert dachte sie über meine Worte nach.
Dann schüttelte sie den Kopf, immernoch etwas verwirrt.
"Aber das ist doch das Selbe, oder nicht?"<
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Re: Kurzgeschichte

Beitragvon oYo » Do 6. Feb 2014, 14:28

Hallo Wolfi,

so kurz und so eindrücklich: erst Freude, kurze Verwirrung, ein Lachen, kurze Verwirrung, Schmerz... Die Geschichte geht ganz schön unter die Haut. Und sie ist echt gut geschrieben! :ok: :ja:

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Re: Kurzgeschichte

Beitragvon BigBadWolf » So 9. Feb 2014, 17:16

Vielen dank ó///v///ò
Ich werd ja ganz rot <3
Ich freu mich immer, wenn jemand sagt meine Geschichten gehen unter die Haut.
Da ich schnell die Lust an etwas verliere, schreibe ich sehr sehr viele Kurzgeschichten.
Momentan versuche ich mir so einen kleinen Roman zusammen zu basteln, indem ich immer mal ein paar Szenen schreibe, aber ich bin wohl zu sehr in diesem "Kurzgeschichten"-Ding drin, haha.
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Re: Kurzgeschichte

Beitragvon oYo » So 9. Feb 2014, 17:27

Hallo,

wobei ein Roman mit so kurzen, eindrücklichen Szenen vermutlich ganz schön heftig ist. Es wäre ein ganz eigener Stil, sehr dicht und direkt. Wenn es Dir gelingt, solche Szenen im Kurzgeschichtenstil miteinander zu verbinden, kann das ein verdammt guter Roman werden...

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Re: Kurzgeschichte

Beitragvon Firlefunke » So 9. Feb 2014, 21:55

Heyho,

ja, das würde ich auch gerne lesen. Ideal für mich. Ich lese gerne vorm Einschlafen, werde aber schnell müde. So ein Kurzgeschichtenstilroman würde da gut zu passen. :grins: Dann bräuchte ich nicht drei Abende für ein Kapitel...

Mir hat deine Kurzgeschichte auch sehr gut gefallen. Ein eindrückliches Bild. Du hast in wenigen Worten sehr viel gesagt. Gefällt mir gut.

Liebe Grüße
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Re: Kurzgeschichte

Beitragvon BigBadWolf » Mo 10. Feb 2014, 18:53

Vielen vielen dank für die Blumen, ich kann mit Komplimenten leider gar nicht umgehen ^^'
Aber ich freue mich immer wenn sie ehrlich gemeint sind und vorallem wenn es um die Kurzgeschichten geht :D
Ich würde gern noch einige mehr hier rein stellen, wäre das ok für euch?

So als... Gute Nacht Geschichten?
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Re: Kurzgeschichte

Beitragvon oYo » Mo 10. Feb 2014, 19:17

Na klar, immer her damit!! :trippel:
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Re: Kurzgeschichte

Beitragvon BigBadWolf » Di 11. Feb 2014, 20:38

Der Streit

>Der Blonde und der Schwarzhaarige streiten sich.
"Ich hatte von Anfang an ein eigenes Leben!", knurrt der Schwarzhaarige.
"Ich habe ein Rech darauf, es mir auch weiterhin zu wünschen!", fügt er noch hinzu.
Der Blonde schnauft nur verächtlich.
"Genau das ist der Grund warum ich existiere. Weil du zu sehr um dein eigenes Leben bemüht bist, statt ihres zu schützen. Jetzt sieh doch wo wir gelandet sind, wegen dir!", entgegnet er, ebenso wütend wie sein Gegenüber.
"Wir sind hier gelandet, weil sie es nicht alleine schafft!", blafft der Schwarzhaarige zurück.
"DAFÜR SIND WIR DOCH DA!!! WIR sollen sie beschützen! Nicht irgendwelche Ärzte!!! Die verstehen doch die ganze Situation nicht!!", schreit ihn der Blonde an und der Schwarzhaarige schlägt mit der Faust gegen die Wand.
"Der einzige der hier keine Ahnung von etwas hat bist du! Ich weiß schon was ich tue.", schimpft er, leiser nun.
Der Blonde lacht wieder leicht auf, ungläubig.
"Sieh dich doch an.", sagt er, mit einer ausfallenden Handbewegung zu ihm.
"Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein Wrack wie du, noch irgendeine Chance hat ihre armselige Seele zu retten."
Der Schwarzhaarige verzieht wütend das Gesicht.
"Wag es nicht über ihre Seele zu sprechen, du hast nicht die leiseste Ahnung von ihr.", zischt er drohend.
Der Blonde richtet seinen Blick auf mich.
Der Schwarzhaarige tut es ihm gleich.
"Warum sollte sie uns sonst erschaffen haben? Etwa weil sie selbst so stark ist, das sie ihr Leben meistern kann? Ich glaube kaum. Sieh sie dir doch mal genauer an. Wie sie da an der Wand hockt und uns einfach schweigend zuhört, weil sie selbst keine Meinung hat. Schlicht und ergreifend ein häufchen Elend."
Sein Blick ist genauso spottend wie sein Tonfall.
Der Schwarzhaarige nimmt eine Abwehrhaltung ein.
"Wir sind nicht hier um ihr ihre Aufgaben abzunehmen. Wir sind hier um ihr zu helfen sie selbst zu meistern.", entgegnet er.
Der Blick des Blonden wirkt überzeugt.
"Das kann sie nicht."<
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Kurzgeschichte nr3

Beitragvon BigBadWolf » Fr 7. Nov 2014, 13:35

Der Morgen kam bereits viel zu früh. Es war 3 Uhr, um genau zu sein, als ich mit Atemnot und schmerzhaft verkrampften Gliedern aufwachte.
Der Raum war dunkel, in dem ich lag. Ich konnte es nicht als "mein Zimmer" betrachten. Dafür war es zu leer.
Zu leer für mich, obwohl es bis unter die Decke vollgestopft war, mit Leinwänden, bemalt und zerrissen, mit Farbtuben und -Eimern, mit Pinseln, Bleistiften und Tusche und jeder Menge Papier unter dreckigen T-Shirts, Hosen und Socken verteilt.
Auf dem Fensterbrett stapelten sich Kaffeebecher und die Scheibe war mit einer dicken Staubschicht bedeckt, welche das Licht aussperrte.
Lediglich vereinzelte Wischspuren verrieten, dass ich ab und zu hinaus sah.
Doch jedes Mal wendete ich mich wieder enttäuscht ab, zeigte es mir doch nicht, was ich erhofft hatte.
Keine Felder, keine Sterne, nur die niemals schlafende Stadt, welche mir zuflüsterte in ihren Straßen verschwinden zu können.
Ich klaubte wahllos T-Shirt und Hose vom Boden auf und zog sie an.
Die Hose hatte eine Loch im linken Knie und das T-Shirt zierten zwei große blaue Farbflecken auf Brust und Schulter.
Als wäre ich in Eile nahm ich mir Zigaretten und Haustürschlüssel vom kleinen Tischchen neben der Haustür und verschwand hinaus in die kühle Nacht.
In der Ferne konnte man die Sirenen der Krankenwagen hören, wie sie wohl zu spät kommen würden, während ich, fast schon zu ruhig, meine erste Zigarette ansteckte.
Ich bekam eine leichte Gänsehaut auf den Oberarmen, was mich nach und nach wach werden ließ.
Ich würde mir nachher einen Kaffee machen müssen, schlafen wollte ich diese Nacht nicht mehr.
"Hast du zufällig eine Zigarette übrig?"
Ich drehte mich um und entdeckte, etwa einen Kopf unter meinem Blickfeld, einen jungen Mann mit dunklen, vom Wind zerzausten, Haaren und fragenden Augen.
Sein grüner Pullover schlackerte etwas an seinem Körper, doch es sah nicht so falsch aus wie man meinen mochte. Er wirkte irgendwie zierlich.
Vielleicht war er ja noch zu jung zum rauchen, der Strick ist uns allen sicher, also fischte ich eine Zigarette aus meiner Schachtel und reichte sie ihm.
"Wie heißt du?", fragte ich, mit noch rauer Stimme, als ich seine Kippe an machte.
Vermutlich hatte ich die Nacht wieder geschrien. Na super, spätestens 9 Uhr würden die Nachbarn wieder vor der Tür stehen.
"Patch.", nuschelte er am Zigarettenrauch vorbei.
"Und du?"
"Jake. Eigentlich Jakob."
Er grinste, als ihm mein T-Shirt auffiel.
Ich fühlte mich etwas fehl am Platz, ähnlich wie ein Nudist in einer katholischen Kirche.
"Bist du Künstler?", fragte er.
Ich stockte nicht lang genug, als ich nur "Ja." zurückgab.
Ich hatte mich bisher nie selbst als solcher bezeichnet.
Warum also jetzt?
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Re: Kurzgeschichte

Beitragvon oYo » Fr 7. Nov 2014, 16:15

Huhu Wolfi,

cool, so eine dichte Atmosphäre. Ein intensives Streiflicht aus dem Leben ... :ok:

oYo :weg:
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