Beim Windrad in der Wüste

Träume erzählen, Träume miterleben, Träume deuten

Beim Windrad in der Wüste

Beitragvon Duathea » Fr 22. Aug 2014, 09:53

Hallo Liebe Leute. Ich habe nun gut vor einem Jahr meinen letzten Post gemacht, aber das hier möchte ich mit euch teilen. Meiner Meinung nach war dieser Traum interessant da er zumindest für mich eine sehr existentielle Ebene im Verhalten des Menschen darstellt. Vor allen Dingen möchte ich über diesen Traum Diskutieren und freue mich deshalb über eure Rückmeldungen.

Die Umgebung:
Wüste. Wohl die Wüste des vergangen beschriebenen Traumes. Sie grenzt in der Ferne an ein grünes Gebiet, einen Dschungel. Er ist nur als sehr dünner grüner Streifen in der Ferne zu sehen. Der Boden der Wüste besteht aus sandigem, jedoch hartem Boden. Die Sonne Brennt ungewöhnlich hell und Farben der Szenerie wirken intensiv. Ein modernes Windrad steht in der Wüste. Rechts im stationären Blickfeld des Träumers. Das Windrad ist aus weißem kunststoffartigem Metall gefertigt. Das Windrad steht auf Block, der von gleicher Farbe und gleichem Material ist. Das Windrad selbst ist 20-60 Meter groß. Der Block hingegen etwa 60 (Höhe 60, Länge und Breite 20-30). Der Block steht direkt auf dem Boden und weißt keinerlei Konturen auf. Das Windrad steht auf diesem Block und ist durch einige Rohre von halben Meter Durchmesser gestützt. Die Rohre oder Stangen sind in einer Quadratischen Gitterform angeordnet. Das Gitter weißt wenige Sprossen mit Abstand von etwa 10 Meter zueinander. Es gibt ein Meer in der Ferne, ist aber nicht zu sehen. Zahlreiche Menschen rennen in Zeitlupe nackt durch die Wüste. Sie sind nackt und Ziellos, rennen jedoch panisch vor etwas davon. Zwei dieser Menschen stehen im Fokus des Traums und im direkten Blickfeld des Träumers. Ein bärtiger Mann und eine rot gelockte junge Frau.
Das Geschehen:
(Alles spielt sich in extremer Zeitlupe ab)
Der Mann rennt bestimmt auf etwas unter der Perspektive des Träumers zu, während die Frau ebenfalls rennend versucht den Mann zu erreichen. Die Menschen im Hintergrund beginnen damit sich explosionsartig in Wolken aus rotem Staub (Blut) aufzulösen. Die explosionsartige Auflösung und die Verteilung der Wolke bis zur Nichtexistenz spielt sich so schnell ab als ob es in Echtzeit wäre Es lösen sich immer mehr auf. Der Zeitliche Ablauf der Auflösung beträgt etwa 0,5-1 Sekunden. Es gibt keine Reihenfolge wer als nächstes explodiert. Das Unsichtbare allgegenwärtige huscht von Person zu Person und löst immer mehr Menschen auf. Die rennende Frau weint und streckt ihre Hand nach dem Mann aus. Sie ist etwa 5-10 Meter von ihm entfernt. Sie beginnt etwas zu rufen, bleibt jedoch stumm. Mittlerweile Löst sich der Mann auf. Die sich immer noch in Zeitlupe bewegende Frau verzieht die Miene zu entsetzen und löst sich selbst in roten Nebel auf. Ein Gefühl der Erleuchtung und Beklemmung macht sich bemerkbar. Ich wache auf.
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Re: Beim Windrad in der Wüste

Beitragvon oYo » Mo 1. Sep 2014, 12:21

Hallo Dua,

Du bist nicht zufällig Buddhist oder betreibst ernsthaft Yoga oder ähnliches? ;-) Wie meinst Du das mit der existentiellen Ebene im Verhalten des Menschen? In meinen Augen ist das kein typischer Traum, wie er bei vielen Menschen auftaucht. Für mich ist das kein allgemein menschliches Verhalten, sondern ein sehr spezifisches, künstlich herbeigeführtes. Die Wüste ist noch lebensfeindlicher, als sie es in Deinem Traum vom letzten Jahr war. Was natürlich nicht heißen muß, daß Du Dich immer lebensfeindlicher Dir selbst gegenüber verhälst. :nope: Ich kenne Dich nicht und weiß nicht, was Du früher getan hast und was Du heute tust. Es kann sich ja um eine Rückblende handeln, um etwas, was Du einmal erlebt hast und was jetzt wieder aufgesucht wird. Oder vielleicht beschäftigst Du Dich gerade intensiv mit entsprechenden Themen, ohne daß Du unbedingt davon überzeugt sein mußt. Träume zeigen einem mitunter den Kern von etwas, das man zu begreifen versucht, da muß es nicht unbedingt um eigene Weltbilder gehen. :lupe:

Mich erinnert Dein Traum jedenfalls extrem an asiatische mystische Praktiken, die ein Auslöschen von Gefühlen und Gedanken, Erinnerungen, Wünschen und allem Unbewußten fordern, um das versprochene Ziel zu erreichen. Da Du am Ende sogar von Erleuchtung sprichst, liegt diese Vermutung für mich zumindest sehr nahe. Der riesige Block und das Windrad stehen dann für die Lehre, der Block für die zentrale Forderung der Konturlosigkeit, sprich das Aufgeben aller Eigenschaften, das Rad für die Bewegung des Geistes, die letztendlich zum Stillstand kommen soll. Alles aus weißem plastikartiken Metall, das Weiß steht für die zu erreichende Reinheit, Metall für innere Härte und Gefühlskälte, Plastik für etwas, was künstlich hergestellt wird. Hat es sich denn gedreht, das Rad? Die Menschen sind ihrer Weltbilder komplett beraubt, nackt dem strahlenden, spirituellen Licht Gottes oder des Nichts ausgesetzt, ohne Ziele, denn ihre Wünsche sind ausgelöscht und ihre Stimmen sind verstummt. Sie können ihrer Zerstörung nicht entfliehen, die letzten Gefühle, Gedanken, Wesenszüge lösen sich auf, wenn sie vom unsichtbaren, nichtfühlbaren Geist der absoluten Stille und Gleichgültigkeit berührt werden. Das alles in Zeitlupe, denn die vollständige Bewegungslosigkeit im Nichts oder in Gott, je nach Religion, ist fast erreicht.

die Leere = die Lehre, die Wüste = das Wüste, das Licht + die Intensität = die Erleuchtung = die Beklemmung = der Tod

Hm, so verstehe ich diesen Traum. Und Du?

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Re: Beim Windrad in der Wüste

Beitragvon Duathea » Mo 15. Sep 2014, 00:33

Danke Oyo für deine Deutung. Ich bin in letzter Zeit mit meiner Bachelorarbeit beschäftigt und habe viele Dinge die mir im Kopf herumgehen. Da das Beurteilen von Träumen eine für mich emotional anstrengende Sache ist, kommt sie in letzter Zeit leider ein wenig zu kurz. Soviel zu meiner späten Antwort.
Bevor ich auf deine Deutung eingehen möchte, will ich dir erst die gestellten Fragen beantworten.

1. Ich bin mit einigen buddhistischen Ideen vertraut. Woran ich endgültig glaube ist jedoch schwer zu sagen. Ich denke das der Körper nach dem Tod wieder in den Kreislauf des Lebens einfließt während sich das Bewusstsein auflöst und vergeht. In dieses Nichts, in das sich das Bewusstsein begibt steckt natürlich wieder ein endgültiger allumfassender Friede in Form der Aufgabe aller persönlichen Eigenheiten. Einerseits ist es tröstlich dass man durch den Verlust aller Bedürfnisse endgültigen Frieden erfahren kann. Andererseits jedoch hört man auf als eigenes Wesen zu existieren. Neben dem Versuch diesem Frieden durch Meditation (die ich gelegentlich ausübe) näher zu kommen hofft ein anderer Teil in mir ihn niemals zu finden. Daher habe ich es zu meiner Aufgabe gemacht den Tod an sich verstehen zu lernen als auch gleichzeitig genügen Zeit zu erkaufen um nicht unwissend oder unvorbereitet zu gehen. (Ich bin zum Glück noch jung und gesund :)) Dieser trotzige und lebenswillige Teil meiner selbst hat die Hoffnung das es entgegen meiner Vermutungen tatsächlich eine Art Leben nach dem Tod und übersinnliches gibt. Da es jedoch nur Hoffnungen sind habe ich mich daran gewöhnt auch glücklich über die negativen Eigenheiten des Lebens zu sein. Z.B. ist Trauer ja gut, da es die größte Respektzollung ist die man etwas verlorenem geben kann. Soviel zu meinen buddistischen Erfahrungen (War ein bisschen zu ausführlich, aber was solls. ;-) ).

2. Das Windrad dreht sich. Jetzt wo ich darüber nachdenken assoziierte ich Windräder mit lautem Rattern und pfeifenden Wind.

Zur Deutung. Ich Stimme mit deinen Deutungen großteils über ein. In meiner jedoch hatten die Frau und der Mann eine größere Bedeutung. Und zwar zeigten sie eine Situation die den Beiden sehr wichtig ist, im ganzen Traumbild aber als irrelevant dargestellt ist. Die Nachricht die ich hier gedeutet habe ist das jeder Mensch seine eigenen Schwerpunkte, Richtungen und Geschichten haben, am Ende jedoch gleich was sie taten vom Tode geholt wurden. Mir kam es auch so vor als würde jeder (vor allen Dingen der Bärtige Mann) versuchen vor dem Tod zu flüchten oder ihn zu bekämpfen, am Ende aber nicht im Ansatz verstehen was er überhaupt bedeutet oder ist. Die Frau versuchte meiner Meinung nach den Mann zu beschwichtigen den Tod nicht zu bekämpfen auf das er sie verschone. Die Erkenntnis am Ende des Traumes war für mich schwer zu verdauen und warf mich einige Tage in eine kleine Kriese, da sie meine Hoffnungen schmälerte. Die Erkenntnis kam mir jedoch wahr vor und lautete etwa wie folgt (Sinngemäß):"Du siehst die Antwort schon ein ganzes leben vor dir. Du kannst nun, da du sie siehst nicht mehr davonlaufen. Akzeptiere.". Das schockierte mich im Wachzustand. Da ich gleichzeitig froh war Frieden am Ende meines Lebens (hoffentlich noch sehr lange hin) finden zu können, schockierte es mich dass ich kaum etwas daran andern kann.
Mir kam das Grün in der Ferne (im alten Traumbild ja deutlicher als Dschungel zu erkennen) als das Leben und die Ferne dazu vor. Es ist bei diesen Wüstenräumen, wie ich langsam zu verstehen glaube, so als würde ich mich weiter vom Leben zu entfernen um mehr sehen zu können. Wie du sagtest geht die Reise in ein totes Gebiet. Es kommt mir so vor, dass meine Sicht nicht durch das Leben getrübt werden soll. Das macht meine ersten Wüstentraum auch wichtiger als ich ihn bisher sah. Er war der Versuch das Leben mitzunehmen wo kein leben sein kann. Und zwar in das nichts der Wüste abseits des Lebens. Der Gesichtslose im alten Traum ist hier im Zusammenhang meiner Meinung nach ein Symbol für die Suche nach der Wahrheit. Deshalb war er voll Trauer das ich zu dem Zeitpunkt nicht verstand versuchte das Leben mitzunehmen um meinen Blick zu verschleiern (Wie es im so einem Dschungel ja der Fall ist). Das ist jedoch reine Spekulation. Was hälst du davon Oyo?
Zuletzt noch eine Sache. Mir kam es ja vor als sei Meine Perspektive ein Paar Meter über dem Boden, während der Mann in Richtung eines Punktes unter mir rennt. Das könnte ja bedeuten das etwas anscheinend wichtiges unter mir befindet, oder der Mann in Wirklichkeit versucht mich zu bekämpfen während ich verstehe das er mich nichts anhaben kann und das es nicht wichtig ist das er versucht mich zu bekämpfen. Ich sehe ja den Schatten der von Person zu Person huscht.

Das war meine Deutung dazu. Wie du sehen kannst habe ich die Windmühle wenig deuten können, während ich das entfernte Grün als Abstand zum Dicklicht des Lebens sah. Puh! Hoffe die Stunden haben sich gelohnt und du kannst was mit meinem Teil der Deutung Anfangen.

Gruß Dua

Ich tippe gerade vom Handy aus und bitte Rechtschreibung und ähnliche Fehler zu entschuldigen. Ich freue mich auf deine Antwort.

Gruß Dua
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Re: Beim Windrad in der Wüste

Beitragvon oYo » Mo 15. Sep 2014, 13:11

Hallo Dua,

Du hast das alles mit dem Handy getippt? :glubsch: Uff, Du hast ja Nerven! :ok:

Boah, danke für all diese Gedanken und für Deine offenen Worte über das, was Du fühlst und wahrnimmst. Das muß ich jetzt auch erst einmal verdauen. Da es bei mir innerlich momentan ganz schön durcheinander geht, brauch ich etwas Zeit, bis ich mich selbst sortiert habe. Spannend ist dabei, daß sich meine Themen und Deine in manchem Punkten sehr ähneln, wobei ich ganz andere Angänge und Einsichten dabei habe als Du - dann aber wieder scheinen sie Parallelen zu haben. :lupe: Ich will Dir auf alle Fälle antworten, aber es kann ein wenig dauern. :pc: :kratz:

Einen schönen Tag wünsch ich Dir und viel Erfolg mit Deiner Bachelorarbeit (darf ich fragen, worum es darin geht?),
oYo :blume:
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