Es wird kommen

Träume erzählen, Träume miterleben, Träume deuten

Es wird kommen

Beitragvon Duathea » Mi 17. Sep 2014, 09:40

Hallo Leute
Ich hab mich neulich an einen alten Traum erinnert den ich mit (ich glaube) 18 Jahren hatte. Er könnte interessant sein, da ich darin ein Wort Mitgeteilt bekam welches ich bis dahin gar nicht kannte.

Die Umgebung:
Der Traum Fand in meinem Zimmer statt. Wichtig ist hier denke ich nur das ich sozusagen im obersten Stockwerk lebe (2. Stock). Das Haus selbst steht bis zur Hälfte auf einem Hügel. Der im Tal fließende Fluss (der Rhein) markiert die Grenze zur Schweiz. Auf der anderen Seite wiederum erheben sich wieder große Hügel. Einzige Unterschiede hier sind das Fehlen des Daches, der Wände meines Zimmers und aller Häuser bis auf meines. Einige nur halb wahrgenommene Häuser standen zusammen zwischen den Bäumen(Die Häuser an sich sind mir fast komplett entfallen). Die Szenerie wirkte durch den dichten grünen Bewuchs (hauptsächlich einheimische Wälder) so als hätte nie ein Mensch Fuß herein gesetzt.

Das Geschehen: (Dieses mal in Ich-Perspektive)
Ich kauere mich aus einem anderem Traum geworfen in die letzte verbliebene Ecke des Zimmers. Welcher Traum das war oder worum es ging weiß ich nicht. Ich stehe auf und blicke schräg über den Rein in den mindestens 40 Kilometer entfernten Horizont. Im echten Leben hätte ich nach Süd/West geschaut. Der Horizont liegt über einer bewaldeten Hügelkuppe. Ich fühle das etwas kommt. Etwas bewegt sich auf meine Position zu. Ich höre das immer näher kommende ferne Geheul und das Geschrei einer großen kriegerischen Menschenmasse. Ich sehe sie über die Kuppel strömen. Sie sehen auf wie man sich Azteken-Kämpfer vorstellt. Jedoch sind sie farblose und Schattenhaft wie Geister. Die bewegte sich um ein vieles schneller als es ein lebendes Heer jemals könnte. Die ersten haben bereits die Hälfte der Strecke überwunden während immer mehr am Horizont erscheinen. Geisterhafte Pfeile fliegen in meine Richtung, treffen jedoch nicht. Ich kauere mich wieder ängstlich in die Ecke. Sie sind nun bei mir. Einer der aussieht wie ein Häuptling spricht mit ernstem verbitterten Gesicht zu mir. "Das Äquinoktium wird kommen". Ich habe das Bild eines goldenen sonnen förmigen Idols vor Augen und wache auf.

Sodale. Das ist einer meiner bisher wenig gedeuteten Träume. Ich werde an einer eigenen Deutung arbeiten um sie wie immer mithilfe eurer zu diskutieren :)

Nachtrag: Äquinoktium war mit bis zu dieser Nacht kein Begriff. Erst nach ein Wenig Google fand ich heraus das damit die Sonnenwende/ die Tagundnachtgleiche gemeint war.
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Re: Es wird kommen

Beitragvon sequana » Sa 20. Sep 2014, 08:31

Hallo Duathea,

ein sehr spannender Traum :) Da du ihn mit ca. 18 hattest, vermute ich, dass er die Angst vorm Erwachsenwwerden darstellt, die Unwissenheit, was auf dich zukommt. Deswegen waren auch die ganzen Gebäude weg oder verändert. Dein ganzes Leben stand mit 18 irgendwie an einem Wendepunkt - klar, wenn man gerade erwachsen wird. Die Krieger sind unsichtbar, denn du hast Angst vor dem Unbekannten, also dem Unsichtbaren. Auch das, was der Anführer dir prophezeit, sagt dir nichts, weil es eben unbekannt ist. Allerdings echt interessant, dass es das Wort im realen Leben gibt. Unterbewusst weiß man eben viel mehr als einem im Wachzustand bewusst ist ;)
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Re: Es wird kommen

Beitragvon oYo » So 21. Sep 2014, 14:20

Hallo Dua,

ergänzend zu sequanas Deutung, die ich sehr treffend finde, noch ein weiterer Aspekt des Traums. Beim Äquinoktium ist die Nacht exakt genauso lang wie der Tag. Man könnte hier sogar die Himmelsrichtung deuterisch hinzunehmen, es bleibt Deinem Gefühl überlassen, ob das so stimmig ist: Wenn man den Winter im Norden und den Sommer im Süden begreift, dann liegen die beiden Tag- und Nachtgleichen im Osten und im Westen. Somit wäre hier vielleicht, dem Sonnenlauf Deiner Blickrichtung folgend, das Äquinoktium im Westen, also im Herbst, das näher liegende. Damit beginnt also die Zeit, in der die Dunkelheit zunimmt.

Das Symbol dieser Zeit ist aber eine goldene Sonne, also Licht, nicht Dunkelheit. Ich denke, diese Schattenkrieger kamen aus Deinem Unbewussten, waren kämpferische, wilde Aspekte von Dir, die ihr Kommen ankündigten. Mit dem Erwachsenwerden treten vermehrt Aspekte, die lange Zeit in der 'Dunkelheit' des Unbewussten gewartet haben, an das 'Tageslicht' des Bewusstseins. Zu Deinem Äquinoktium haben sich also die Tore zu Deinem Unbewussten ein Stück weit geöffnet, so dass Du mit dem Licht der Sonne dort eintreten kannst bzw. die Schatten heraustreten.

Die Azteken waren ein kriegerisches, machthungriges und blutrünstiges Volk und einer ihrer höchsten Götter war der Gott der Sonne und des Krieges. Das Sonnensymbol in Deinem Traum ist also Symobl ihres Gottes. Die Krieger stellen sehr rohe, wilde Kräfte in Dir dar, die bereit sind, für Deine Ideale (Idol) in den Kampf zu ziehen! Klar, daß das erstmal sehr erschreckend ist. Man will ja schließlich niemandem wehtun und vor allem sich nicht selbst verletzen. :hide: :zwins:

Wow, starker Traum!

Bis bald, oYo :weg:
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Re: Es wird kommen

Beitragvon Firlefunke » Mo 22. Sep 2014, 18:38

Hallolo,

vor dem Hintergrund der Deutungen hier möchte ich auch noch eine Kleinigkeit ergänzen. Du erzählst, dass dein Haus ohne Dach war und du nur im zweiten Stock wohn(te)st. Wenn man das Haus als den Körper betrachtet, und im Kopf die mentalen Fähigkeiten angeordnet sind und im Keller die ganz fundamentalen Eigenschaften (Emotionen, Triebe, Grundbedürfnisse), dann könnte das Fehlen der Begrenzungen des zweiten Stocks vielleicht so deuten, dass das Traumbild dir sagen möchte: wenn du deinen Verstand einfach mal weg lässt, dann kannst du dein Unterbewusstsein, deine Gefühle sehen. Das die Azteken über den Rhein kommen (stark fließende Gefühle), könnte diese These noch untermauern.

Vielleicht hat dich der Traum auf der erhöhten Ebene des 2. Stocks gelassen (mit dem "Schutz" der verbliebenen Ecke), weil sonst die Gefühle zu mächtig oder beängstigend anzuschauen gewesen wären.

Gruß Firlefunke
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Re: Es wird kommen

Beitragvon Duathea » Di 23. Sep 2014, 22:22

Vielen Dank für eure tollen Deutungen.
Einzeldeutung:
Das mit dem Unterbewussten habe ich nicht erkannt, jedoch wird es mir klarer um so mehr ich darüber Nachdenke. Ich habe das Traumbild des Flusses der durch einen Tiefen Wald fließt mal recherchiert. Während ein dunkler Verwachsener Wald für tiefe und unbekannte unbekannte (verborgene) Gefühls-Situationen im Unterbewussten stehen können deutet der Fluss als "Ursymbol" Als treibende emotionale Kraft und manchmal auch als Wille interpretiert werden. Ein schattenhafter Geist bedeutet hier jedoch nicht die Sache oder Person an sich sondern die Darstellung einer Eigenschaft. Das stimmt mit eurer Deutung voll und ganz überein und ist auch meine Meinung. :) Somit stehen die Azteken hier für kämpferische Kräfte. Sie könnten meiner Meinung nach jedoch auch für eine verloren geglaubte Eigenschaften meines Bewusstseins darstellen. Dementgegen bedeutet der Sonnenaufgang an sich eine Art erwachen. Die Sonne hingegen stellt meist eine schöpferische Energie dar. Im Punkt Mit dem Hausdach stimme ich mit Firlefunke überein. Zu den Bergen. Sie werden oft mit Hindernissen assoziiert deren Gipfel das Ziel sind.

Gesamtdeutung:
Durch eure Hilfe und eigener Recherche habe ich nun folgende Deutung Aufgestellt. Der Wald stellt einen nicht sichtbaren Teil meiner Gefühlswelt dar. Der Fluss ist eine Art Wille der ihn nährt. Sozusagen eine Strömung oder ein Verlangen tief in mir. Der Wald selbst scheint dadurch zu florieren. Als das Gebrüll in der Ferne beginnt geht das mit einem Erwachen einher, also vielleicht mit einer tiefsitzenden Erkenntnis. Schreie an sich bedeuten ja oft Wut und Unmut über bestimmte Situationen. So kommt diese geisterhafte Horde von der Sonne aus über den Wald und den Fluss auf mich zugestürmt Das heißt es könnten auch Gefühlsregungen sein die bisher nicht da waren und aus der Erkenntnis erschaffen wurde. Nun setzen sie ihren Weg über den Wald meiner Gefühle auf mich fort. Das bedeutet das sie momentan als wichtiger empfunden Wurden. Ich habe ja Angst vor diesen Kräften, lasse sie aber zu, da ich mich nicht wehren kann. Im Traum bedeutet es ja oft das man sich nicht wehren möchte. Ich lasse es also auf mich zukommen obwohl ich nicht weiß ob es mir gut tun wird. Wie sie aus der Sonne Kamen, sozusagen auf dem Ziel des Berggipfels hinab zu mir, und mir grimmig dieses Idol zeigten kam es mir vor als ob ich eine Aufgabe bekam. Da es eine goldene Sonne war kann es der Ausblick auf etwas unschätzbar wertvolles gewesen sein (Gold). Die Macht oder Besser das Ziel der Schöpferischen Kräfte (Sonne). Somit gab mir mein Unterbewusstsein (also mein tiefstes ich) den Auftrag nach der goldenen Sonne zu streben. Eine Sonne erhellt ja auch einen Wald voller ungesehener Gefühle.

Fazit:
Vielleicht ist dieser Traum im Zusammenhang mit meinen Wüstenräumen zu sehen. Ich meine dieser Wald könnte durch die Sonne durchaus ein Dschungel werden. Ich habe ja in meinen neueren Träumen gedeutet das ich mich eventuell von diesem Wald wegbewege. Sozusagen immer weiter in die Sonne, die um so tiefer in der Wüste immer Heller brennt. Das würde bedeuten das ich mich immer weiter in die Wüste begebe. Weg von meiner Lebensader (Der Fluss und der Wald) um näher bei der Sonne zu bleiben. Dieser Traum ist jedoch der Einzige indem ich die Sonne bewusst ansehe. In meinen Wüstenräumen ist mein Blick auf den immer kleiner werdenden grünen Streifen am Horizont gerichtet.

Was haltet ihr davon?
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